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Archiv: April 2010

Rostock – Vom traditionsreichen Schiffbaustandort zum Windkraftkompetenzzentrum?

30. April 2010, Comments (2)

Rostock, 08.04.2010 - Vor 30 Jahren steckte die Windkraftindustrie in den Kinderschuhen. Mittlerweile ist aus ihr ein florierender Wirtschaftszweig mit über 100.000 Arbeitsplätzen geworden. Eine Pionierregion für die Entwicklung der Windenergie ist die Region um Bremen. Die aufstrebende Windindustrie hat im Nordwesten Deutschlands zu einem Strukturwandel geführt. Zu Beginn der 1990er Jahre war der Schiffbau in der Krise – die Vulkan-Werft meldete Insolvenz an. Unternehmen und Forschungseinrichtungen ließen sich aber auf dem Gelände nieder und konnten vom Know-how der Facharbeiter profitieren. So transformierte der Standort zu einem regelrechten Windkraftkompetenzzentrum: Herstellung von Windrad-Türmen und Rotorblättern, Forschung in den Bereichen Strömungstechnik und Offshore. Heute wird auf dem Gelände der ehemaligen Vulkan-Werft mehr Stahl verbaut, als früher auf der Werft.

Windkraft als neue Chance für Mecklenburg Vorpommern?

In Mecklenburg-Vorpommern fehlt bisher weitgehend die Infrastruktur für den Bau von Windkraftanlagen an der Kaikante und die Errichtung von Offshore-Anlagen. Die schwere Werftenkrise in Rostock und Wismar und das Auslaufen der Transfergesellschaft im Juli fordert aber ein neues Denken ein. Besteht eine Chance für Orientierung in Richtung Windkraft?
Andreas Jesse, stellvertretender Präsident des Bundesverbandes WindEnergie, führte in die Potenziale der Windkraft im onshore- und offshore Bereich ein.

Andree Iffländer (Wind-Energy-Network Rostock) und Jörgen Thiele (Vorstand Offshore-Stiftung, Altpräsident der IHK zu Schwerin) machten in nachfolgenden Diskussion – moderiert von Renate Heusch-Lahl – deutlich, dass die Entwicklungen im Offshore-Bereich nicht an Mecklenburg Vorpommern vorbei ziehen darf. Die Branche an der Nordsee ist sehr gut aufgestellt, wurde stark gefördert und letztendlich politisch gewollt. In Mecklenburg Vorpommern gibt es hingegen viele Blockaden: keine produktionsgerechte Infrastruktur, fehlende Flächen an der Kaikante, Qualifikationsbedarf und mangelnde Konzepte. Auch die Werften haben sich zu lange auf den Boom des Containerschiffbaus verlassen und andere Bereiche, wie den Spezialschiffbau für den offshore-Bereich, vernachlässigt. Es gibt kaum Zugeständnisse für die Windpioniere, die allein nicht genug Schlagkraft für den Aufbau einer relativ neuen Branche haben.

IG Metall bleibt der Werft treu

Rüdiger Klein (IG Metall Rostock) stellte dar, dass sich beide Wirtschaftszweige mehr ergänzen sollten, ein Ersetzen des Schiffbaus durch die Windkraftbranche sei aber nicht möglich. Die Gewerkschaft sehe die Zukunft eindeutig im Schiffbau, da man den Standort nicht einfach für eine Branche aufgeben dürfe, die vielleicht nicht tragfähig ist. Auch Werft-Eigner Witali Jussufow lehnte ab, Teile des Geländes zu verkaufen.

Windkraft-Branche vor großen Herausforderungen

Kleine Erfolge, wie z.B. die gut aufgestellten Planungsunternehmen im onshore-Bereich, die Windstrom-Einspeisung von ca. 40% des Netto-Stromverbrauchs im Bundesland und die Ansiedlung der Erndtebrücker Eisenwerke für den Rohrbau, stehen im Schatten der großen Anstrengungen in der nahen Zukunft. Trotz eines guten Standorts bedarf es enormen Herausforderungen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Die Teilnehmer des Podiums wünschten sich vor allem ein politisches Signal für den Ausbau der Windbranche. Sie wünschen sich ein innovatives Zusammenwirken von Forschung und Praxis (Universität Rostock, Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik sowie Informatik und Elektrotechnik). Neue Möglichkeiten der Finanzierung sind auf bundespolitischer Ebene zu diskutieren. Die Beibehaltung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes in seiner aktuellen Form wird als enorm wichtiges Element gesehen. Die sehr offenen Worte aller Beteiligten machten deutlich, dass die Windbranche in Mecklenburg-Vorpommern eher pessimistisch als hoffnungsvoll in die Zukunft schaut. Es werde aber weiterhin mit viel Kraft am Ausbau des Standorts gearbeitet.

Innovation kämpft noch mit Widerständen

Die Pioniere in der Region haben mit vielen Widerständen zu kämpfen. Neben erschwerten Rahmenbedingungen aufgrund der gesetzlichen Änderungen fehlt der politische Wille in Mecklenburg Vorpommern, auf neue Technologien zu setzen.
Entscheidend ist, die Gewerkschaften für den notwendigen Transformationsprozess mit ins Boot zu holen. Eine blau-grünen Allianz, wie sie beispielsweise in den Vereinigten Staaten zwischen Gewerkschaften und Umweltverbänden ins Leben gerufen wurde, fehlt bisher.


Ein Artikel von Christine Decker, Heinrich-Böll-Stiftung Mecklenburg Vorpommern

Foto: CC-BY-NC-SA cvknet

Bericht über Kölner Debatte

29. April 2010, Comments (0)

In report-k.de ist ein längerer Bericht über die Debatte “Die grüne industrielle Revolution bricht an” in Köln mit Reinhard Bütikofer, Carl-Otto Gensch und Dr. Hendrik Biebeler erschienen.

Ein Video von der Debatte bringen wir in den nächsten Tagen an dieser Stelle.

Debattenreihen 2010

28. April 2010, Comments (0)

Wir diskutieren in vier Debattenreihen:

I Transformation von Wirtschaft und Industrie
Welche Schritte führen zu einem Systemwechsel hin zu einem CO2armen, ressourcenschonenden Wirtschaften?
Unter welchen Bedingungen entstehen Innovationen?
Umsteuern – wie finanzielle Anreize setzen?
Wie konkretisiert sich Entkoppelung von Wohlstand und Ressourcenverbrauch?

Debatten in: Köln, Eisenach, Potsdam

II Wohlstand – Wachstum – Gemeingüter
Was macht Wohlstand aus, wie lässt er sich messen?
Welches Wachstum streben wir an, brauchen wir einen Rückbau? Unter welchen Bedingungen wächst kultureller Wandel?
Was sind Gemeingüter, wie schützen wir sie?
Was bedeutet dies für eine faire internationale Arbeitsteilung und Zusammenarbeit?

III Green New Deal für Städte und Regionen
Wo liegt der Reiz einer urbanen Revolution im Klimaschutz?
Umwelthauptstadt 2011 Hamburg: Visionen zukünftigen Städtebaus und urbaner Lebensweisen. Welche Mobilitätsstrategien wollen wir für morgen?
Wie lassen sich die enormen Potenziale im ökologischen Bauen und Sanieren fördern?
Wie bringen wir kommunale Vernetzung und Übergangsstrategien auf den Weg?

IV Das Soziale stärken
Welche sozialen Leitplanken braucht der wirtschaftliche Wandel, wie kann Sicherheit zunehmende Flexibilität begleiten?
Wie gelingt eine zukunftsorientierte Bildung für gute Arbeit?
Wie schaffen wir Zugangschancen für alle?
Welche Chancen bieten sich für eine Neubewertung von Arbeit durch (Weiter-)Bildung, lebenslanges Lernen und berufliche Entwicklung in traditionell unterbewerteten Erziehungs- und Pflegeberufen?
Wie können die sozialen Dienste gestärkt werden?

Referent_innen der Konferenz “Die Große Transformation”

24. April 2010, Comments (0)

Green New Deal konkret: Büro für organisches Bauen

24. April 2010, Comments (0)

Name des Projektes:
Büro für organisches Bauen

Anschrift des Projektes:
Architekt Dipl. Ing. Udo Heimermann
Im Auelsgarten 4
53474 Bad Neuenahr
Fon 02641-7254

Website des Projektes:
http://www.heimermann.de

Kurzbeschreibung:
Das drohende Ende fossiler Brennstoffe, die demographische Entwicklung, der Flächenverbrauch durch den Wohnungsbau, der Gesundheitsaspekt natürlicher Baustoffe und die Ästhetik von Bauten und der Erhalt – all diese Punkte sind für das Büro für organisches Bauen ganzheitlich miteinander verbunden und beim Haus der Zukunft zu berücksichtigen. Parallel engagiert es sich für das „Dorf der Zukunft“ in Indien, um dort den Folgen von Klimawandel und Bevölkerungsexplosion entgegenzutreten.

Begründung, warum dieses Projekt aus unserer Sicht zum Green New Deal zählt
Das Büro für organisches Bauen ragt durch seinen ganzheitlichen Ansatz und die Praxisorientierung hervor. Dabei werden neben energetischer Optimierung auch gesundheitliche, historische und ästhetische Gesichtspunkte berücksichtigt. Darüber hinaus zeigt das Büro durch sein Engagement in Indien auch internationales solidarisches Engagement vor dem Hintergrund der Klimakrise.

Vorgeschlagen von:
Heinrich Böll Stiftung Rheinland-Pfalz

Green New Deal konkret: Türkisch-Deutsches Umweltzentrum Berlin

23. April 2010, Comments (0)

Das Türkisch-Deutsche Umweltzentrum Berlin ist seit 2009 Anlaufstelle für Beratung, Information, Austausch und Projektarbeit für Migrantinnen und Migranten zu Umwelt-, Natur- und Klimaschutz. Die Information von MigrantInnen zu umweltrelevanten Themen soll zu aktivem eigenverantwortlichen Handeln führen und ist somit wichtiger Bestandteil zur Integration, Partizipation und gesellschaftlicher Verantwortung.

Begründung, warum dieses Projekt aus unserer Sicht zum Green New Deal zählt

In Deutschland haben 18% der Menschen Migrationshintergrund, bei Jugendlichen sind es sogar 24%. Die Projekte des Türkisch-Deutschen Umweltzentrums zielen besonders darauf, diese Bevölkerungsteile für den Umwelt-, Klima- bzw. Naturschutz zu gewinnen.

Name des Projektes:
Türkisch-Deutsches Umweltzentrum Berlin

Anschrift des Projektes:
Prinzenstr. 23, 10969 Berlin

Website des Projektes:
http://www.tdz-berlin.de

Vorgeschlagen von:
Bildungswerk Berlin der Heinrich Böll Stiftung

Eisenach / Wege aus der Doppelkrise: Die Zukunft der Automobilindustrie

23. April 2010, Comments (0)

Mittwoch, 05. Mai 2010, Eisenach, 18.00 Uhr

Berufsakademie Eisenach, Alte Aula

Wege aus der Doppelkrise: Die Zukunft der Automobilindustrie
Video der Debatte
Artikel in der Thüringer Landeszeitung (tlz)

Eisenach steht für die Auf- und Umbrüche in der deutschen Automobilindustrie: Wo seit 1898 der später zum „DDR-Mittelklassewagen“ mutierte Wartburg hergestellt wurde, entstanden 1992 moderne Produktionsanlagen für den Opel Corsa. Im Eisenacher Opel-Werk arbeiten derzeit ca. 1800 Beschäftigte, insgesamt hängen am Autobauer und seinen Zulieferern in der Region ungefähr viermal so viele Arbeitsplätze. Seit Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise kommt auch der Opel-Standort Eisenach jedoch nicht mehr aus der Diskussion. Dabei geht es zumeist um die kurz- und mittelfristige Sicherung von Arbeitsplätzen.
Wie jedoch kann eine langfristige Sicherung von Arbeit und Mobilität gelingen, die auch den Erfordernissen des globalen Umwelt- und Klimaschutzes gerecht wird und gleichzeitig realistisch an vorhandene industrielle Strukturen anschließt?

Mit:

  • Weert Canzler, Wissenschaftszentrum Berlin, Mitautor der Studie “Grüne Wege aus der Autokrise. Vom Autobauer zum Mobilitätsdienstleister”
  • Karl Nestmeier, Vorstand der Smiles-AG, ehemals CityCom Elektromobile GmbH
  • Harald Lieske, Vorsitzender Betriebsrat Opel Eisenach
  • Michael Lewald, Werkleiter Opel Eisenach

Moderation: Ulrike Herrmann, taz

Potsdam / Energiewende innovativ und sozial gestalten – Neue Energiekonzepte und regionale Wertschöpfung

22. April 2010, Comments (0)

Donnerstag, 20. Mai 2010, Potsdam, 16.00 bis 20.30 Uhr
Potsdam, Haus der Natur
Zur Dokumentation der Debatte

Energiewende innovativ und sozial gestalten
Neue Energiekonzepte und regionale Wertschöpfung

Eine Kernfrage des Green New Deal ist die Frage nach der Produktion von Energie. Eine langfristig wirtschaftlich solide Energieversorgung, die auch das Klima stabil hält, wird nur im Umstieg auf erneuerbare Energien möglich sein. Die Notwendigkeit der Energiewende ist unumstritten. Aber wie soll sie aussehen? Wie lässt sich die Energiewende so gestalten, dass sie sich positiv auf die regionale Wertschöpfung auswirkt? Liegt die Lösung in der großflächigen Ernte von Solarstrom in der Sahara oder in dezentralen Energiekonzepten? Wie lassen sich beide Strategien womöglich gewinnbringend zusammenbringen? Und wie steht es mit der Energiewende in Brandenburg?
Wir laden Sie herzlich ein, diese Fragen gemeinsam zu diskutieren.

Mit u.a.:

  • Sebastian Gallehr, Desertec-Gründer und CEO des European Business Council for Sustainable Energy
  • Dr. Nikolaus Supersberger, Wuppertalinstitut für Klima, Umwelt, Energie
  • Oliver Krischa, MdB, Sprecher für Energie- und Ressourceneffizienz der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
  • Werner Diwald, Enertrag
  • Dr.-Ing. Victor Stimming, Präsident IHK Potsdam
  • Michael Raschemann, Geschäftsführer Energiequelle – energieautarkes Dorf Feldheim
  • Michael Jungclaus, MdL, Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz

Moderation: Ulrike Herrmann, taz

Weitere Informationen zum Programm bei der Heinrich Böll Stiftung Brandenburg

Regionalwert AG Freiburg

22. April 2010, Comments (1)

Name des Projektes:
Regionalwert AG Freiburg

Website des Projektes:
www.regionalwert-ag.de

Kurzbeschreibung:
Das Ziel der Regionalwert AG ist eine wirtschaftlich erfolgreiche und sozial – ökologisch vertretbare Wertschöpfungskette vom Acker bis auf den Teller. Dazu erwirbt sie landwirtschaftliche Betriebe sowie Unternehmen aus vor- und nachgelagerten Bereichen in der Region Freiburg und verpachtet sie an qualifizierte Unternehmer. Die Aktionäre stellen Kapital zur Verfügung und können sich so an regionalen Prozessen nicht nur finanziell, sondern auch gestalterisch beteiligen.

Begründung:
Die Regionalwert AG bietet eine innovative Antwort auf die Frage, wie nachhaltiges Wirtschaften aussehen kann. Kapital wird in der Region gebunden und die regionale Kulturlandschaft erhalten. Daneben hat insbesondere die
Entwicklung von Nachhaltigkeitsindikatoren zur Abbildung der extra-finanziellen Leistungen der ökologischen Landwirtschaft Modellcharakter für andere Branchen und Regionen.

Schlagworte:
Geschäftsidee mit Modellcharakter für die sozial-ökologische Landwirtschaft und darüber hinaus

Vorgeschlagen von:
Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg e.V.

Green New Deal konkret: Zentrum Innovative Energien im Landkreis Fürstenfeldbruck

22. April 2010, Comments (0)

Name des Projektes:
ZIEL 21 – Zentrum Innovative Energien im Landkreis Fürstenfeldbruck

Anschrift des Projektes:
Münchnerstr. 32
Bürgerservice-Zentrum, Zimmer 210 (zweiter Stock)
82256 Fürstenfeldbruck
Tel.: 08141/519-225
Fax: 08141/519-770

Website des Projektes:
www.ziel21.de

Kurzbeschreibung:
Der Landkreis Fürstenfeldbruck will sich bis zum Jahr 2030 ausschließlich durch erneuerbare Energien selbst versorgen. Realisiert werden soll dieses Ziel durch eine schrittweise Reduzierung des Energieverbrauchs, den Einsatz erneuerbarer Energien und die nachhaltige Nutzung aller heimischer Ressourcen. So werden die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten, die Lebensqualität verbessert und die regionale Wirtschaftskraft gesichert. Der Verein ZIEL 21 soll die praktische Umsetzung der Energiewende durch ein breites Netzwerk von staatlichen und nichtstaatlichen Mitgliedern voranbringen.

Begründung, warum dieses Projekt aus unserer Sicht zum Green New Deal zählt:
ZIEL 21 ist eine der ersten „100% erneuerbar“-Initiativen in Bayern und der Bundesrepublik insgesamt. Vorbildlich ist der Netzwerkcharakter der Arbeit, der alle regionalen Akteure einbindet (u.a. Handwerk, Sparkasse, Landwirtschaft). Auf diese Weise konnten mittlerweile eine Vielzahl von konkreten Projekten angeschoben und umgesetzt werden, die den Green New Deal auch in einer eher ländlich strukturierten Region erlebbar machen.

Stichworte:
ZIEL 21: Umwelt schützen, Klima schonen, regionale Wirtschaft stärken.

Vorgeschlagen von:
Petra-Kelly-Stiftung, Bayern

Kalender

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Green New Deal – Investieren in die Zukunft

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