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Archiv: Juni 2010

Frankfurt: Podiumsdiskussion – Wieviel Europa braucht der Euro?

29. Juni 2010, Comments (0)

Wieviel Europa braucht der Euro?
Schuldenkrise, Euro-Krise und die Zukunft einer nachhaltigen Wirtschafts- und Finanzpolitik in Europa

Freitag, 9. Juli 2010, 19.30 Uhr
Café im Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44
Frankfurt am Main

Griechenland, Schuldenkrise und die Sorgen über die finanzielle Situation anderer Euro-Staaten verursachen Aufruhr in der Euro-Zone. Die Auseinandersetzungen darüber, wie die Krise am besten bewältigt werden kann, hat nationale Vorbehalte wiederbelebt und verstärkt und birgt damit die Gefahr eines politischen Auseinanderdriftens der EU.

Gut 10 Jahre nach Schaffung der Europäischen Währungsunion steht diese vor einer ernsten Bewährungsprobe: Was heißt “europäische Solidarität” angesichts der Überschuldungskrise europäischer Staaten? Wie und zu welchen Bedingungen sollten überschuldete Mitgliedsstaaten unterstützt werden? Welche Möglichkeiten der Unterstütztung gibt es für Mitgliedstaaten wie etwa Ungarn und Lettland, die sich – außerhalb der Euro-Zone – ebenfalls in einer schwierigen Lage befinden? Welche Auswirkungen haben „Rettungspakete“ für Griechenland oder andere Staaten der EuroZzone auf die stabilitätsorientierte Politik der Europäischen Zentralbank?
Brauchen wir neue europäische Instrumente zur Bekämpfung der Finanzkrise? Brauchen wir stärkere finanz- und wirtschaftspolitische Koordinierungsmechanismen wie z.B. eine europäische Finanzaufsicht? Kann eine Währungsunion ohne gemeinsame Finanz- und Wirtschaftspolitik überhaupt funktionieren?
Wir wollen im Grünen Salon darüber diskutieren, welche kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen geeignet sind, um Wege aus der Euro-Krise aufzuzeigen und wie angesichts der globalen Finanzkrise Eckpfeiler einer nachhaltige Finanz- und Wirtschaftspolitik in Europa aussehen könnten.

Gäste:

  • Dr. Nicolaus Heinen, Deutsche Bank Research, Schwerpunkt Europäische Wirtschafts- und Währungspolitik (angefragt)
  • Ulrike Herrman, wirtschaftspolitische Korrespondentin der taz, Berlin
  • Dr. Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, Berlin

Moderation:
Thomas Losse-Müller, Finanzsektorexperte bei der Weltbank und Mitglied im Landesvorstand der Grünen in Hessen, Frankfurt am Main

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Green New Deal-Projekts des Heinrich-Böll-Stiftungsverbundes statt.

Vollständige Dokumentation der Konferenz "Great Transformation – Greening the Economy"

29. Juni 2010, Comments (0)

Dokumentation der Konferenz “Die große Transformation – Greening The Economy”
Freitag, 28. und Samstag, 29. Mai 2010
Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin

Die Video-Mittschnitte der Konferenz finden Sie unter den jeweiligen Abschnitten und hier. Die Audio-Mitschnitte der gesamten Konferenz können Sie hier downloaden und anhören. Einzelne MP3-Dateien finden Sie direkt hinter den jeweiligen Rednerinnen und Rednern.

Videozusammenfassung der Konferenz

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Freitag, 28. Mai 2010

Begrüßung

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  • Ralf Fücks, Vorstand, Heinrich-Böll-Stiftung (MP3 anhören)
  • Michael Ettlinger, Vizepräsident für Wirtschaftspolitik, Center for American Progress (MP3 anhören)
  • Andre Wilkens, Leiter Kompetenzzentrum Internationale Verständigung, Stiftung Mercator (MP3 anhören)

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▬ Jenseits von Kopenhagen – Greening the Economy

Keynote

  • Andrew Light, Senior Fellow, Center for American Progress

Podiumsdiskussion

  • Renate Künast, Mitglied des Bundestags, Fraktionsvorsitzende, Bündnis 90/Die Grünen  (MP3 anhören)
  • Teresa Ribera Rodriguez, Spaniens Staatssekretärin für Klimawandel (MP3 anhören)
  • Andrew Light, Senior Fellow, Center for American Progress (MP3 anhören)
  • Stephen Mutimba, Generaldirektor, Camco Kenya (MP3 anhören)
  • Moderation: Ralf Fücks, Vorstand, Heinrich-Böll-Stiftung

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▬ Politische Rahmenbedingungen und Ordnungspolitische Maßnahmen

Podiumsdiskussion

  • Ernst Ulrich von Weizsäcker, Umweltwissenschaftler und Klimaexperte (MP3 anhören)
  • Jennifer Morgan, Direktorin, Klima- und Energieprogramm, World Resources Institut (MP3 anhören)
  • Jürgen Trittin, Mitglied des Bundestags, Fraktionsvorsitzender, Bündnis 90/Die Grünen (MP3 anhören)
  • Matthias Machnig, Thüringer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Technologie (MP3 anhören)
  • Moderation: Barbara Unmüßig, Vorstand, Heinrich-Böll-Stiftung

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Foren Runde I

Ia    Forschung für die „Große Transformation“
(ENGLISCH OHNE ÜBERSETZUNG)

  • Fred Steward, Professor für Innovation und Nachhaltigkeit, Policy Studies Institute, University of Westminster (MP3 anhören)
  • Uwe Schneidewind, Präsident, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH (MP3 anhören)
  • Michael Gallagher, Senior Adviser und Direktor, Ehemaliger Präsident und Leitender Geschäftsführer, Westport Innovations Inc. (MP3 anhören)
  • Moderation: Dagmar Simon, Leiterin, Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)

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Ib    Grüner Protektionismus oder offene Märkte?

  • Vesile Kulaçoğlu, Direktorin, Abteilung Handel und Umwelt, Welthandelsorgansation
  • Karsten Neuhoff, Forschungsdirektor, Climate Policy Initiative, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) (MP3 anhören)
  • Winfried Hoffmann, Vizepräsident und Technischer Direktor Solar Business Group, Applied Materials, Inc.
  • Moderation: Tilman Santarius, Referent, Internationale Klima- und Energiepolitik, Heinrich-Böll-Stiftung

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Ic    Erfolgsmodell „Grüne Stadt“

  • Malena Karlsson, Stockholm Glashusett (MP3 anhören)
  • J. Victor Hugo Páramo Figueroa, Generaldirektor für Luftqualität Management, Mexico City Environment Secretary (MP3 anhören)
  • Dale Medearis, Umweltplaner (MP3 anhören)
  • Hep Monatzeder, 3. Bürgermeister der Landeshauptstadt München (MP3 anhören)
  • Moderation: Nikolaus Bernau, Redakteur, Berliner Zeitung

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Id    Wie weiter mit dem Emissionshandel?
(ENGLISCH OHNE ÜBERSETZUNG)

    • Guy Turner, Direktor, Carbon Markets, New Energy Finance (MP3 anhören)
    • Johannes Enzmann, Policy Officer, Generaldirektion Umwelt, Europäische Kommission (MP3 anhören)
    • Thomas Heller, Kodirektor, Programm Rechtsstaatlichkeit und Stanford Programm Internationales Recht, Stanford Law School (MP3 anhören)
    • Moderation: R. Andreas Kraemer, Chairman, Ecologic Institut, Washington DC

 

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▬ Leittechnologien und Schlüsselprojekte

  • Ein Gespräch mit Christopher Flavin, Präsident, Worldwatch Institute
    Moderation: Hermann Ott, Klimapolitischer Sprecher, Bündnis 90/Die Grünen
    (MP3 anhören Teil 1, Teil 2, Teil 3)

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Foren Runde II


IIa    Grün investieren – Die Finanzierung der Großen Transformation

  • Tom Burke, Gründungsdirektor von E3G und umweltpolitischer Berater bei Rio Tinto plc (MP3 anhören)
  • Gerhard Schick, Mitglied des Bundestags, Bündnis 90/Die Grünen (MP3 anhören)
  • Moderation: Bracken Hendricks, Senior Fellow, Center for American Progress (MP3 anhören)

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IIb    100% Erneuerbare sind möglich

(ENGLISCH OHNE ÜBERSETZUNG)

  • Michaele Schreyer, Mitglied der europäischen Kommission a.D., Vizepräsidentin der Europäischen Bewegung Deutschland e.V. (MP3 anhören)
  • Eicke Weber, Leiter, Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE  (MP3 anhören)
  • Martin Rocholl, Politischer Direktor und Programmdirektor für Transport, European Climate Foundation  (MP3 anhören)
  • David Porter, KEMA Consulting Europe  (MP3 anhören)
  • Moderation: Lars Grotewold, Koordinator, Themencluster Klimawandel, Stiftung Mercator

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IIc    CCS – Ergänzung oder Sackgasse?

(ENGLISCH OHNE ÜBERSETZUNG)

  • Hans-Josef Fell, Mitglied des Bundestags, Sprecher für Energie,  Bündnis 90/Die Grünen  (MP3 anhören)
  • Agata Hinc, Projektleiterin “Low Emmission Economy”, demosEUROPA – Centre for European Strategy   (MP3 anhören)
  • Cécile Maisonneuve, Vizepräsidentin, International Agenda and Prospective, Areva  (MP3 anhören)
  • Jesse Scott, Programmleiterin, Europa in der Welt, E3G  (MP3 anhören)
  • Moderation: Camilla Bausch, Leiterin, Klima- und Energiepolitik, Ecologic Institut  (MP3 anhören)

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IId    Green Urbanism – Nachhaltige Architektur und Stadtplanung

  • Peter Head, Direktor, Planung und Nachhaltigkeit, ARUP  (MP3 anhören)
  • Matthias Schuler, Transsolar; Professor für Environmental Technologies, Graduate School of Design, Harvard University  (MP3 anhören)
  • Alfred Oberholz, Koordinator des Projekts „Innovation City“  (MP3 anhören)
  • Moderation: Elke Pahl-Weber, Professorin am Institut für Stadt- und Regionalplanung (ISR), TU Berlin und Leiterin, Bundesinstitut für Bau, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

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IIe    Neue Mobilität – die „grünen“ Verkehrsprodukte der Zukunft

  • Weert Canzler, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)  (MP3 anhören)
  • Jérôme Guillen, Direktor, Business Innovation, Daimler AG  (MP3 anhören)
  • Michael Cramer, Mitglied des Europäischen Parlaments, Die Grünen/EFA  (MP3 anhören)
  • Glenn Schmidt, Leiter, Planning and Steering for Governmental Affairs, BMW Group  (MP3 anhören)
  • Moderation: Wiebke Zimmer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Infrastruktur und Unternehmen, Öko-Institut e.V.

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Filmvorführung
Die 4. Revolution – Energy Autonomy ein Film von Carl-A. Fechner

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Samstag, 29. Mai 2010

Arbeitsgruppe

Social Media und Klimawandel

  • Malte Spitz, Mitglied des Bundesvorstands, Bündnis 90/Die Grünen  (MP3 anhören)
  • Tom McMahon, New Partners  (MP3 anhören)
  • Julius van de Laar, German Elections Campaigner at Avaaz.org  (MP3 anhören)
  • Moderation: Jon Worth, Euroblogger

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▬ Akteure und Bündnisse

Keynote
Jerôme Ringo, Vorstandsmitglied, Apollo Alliance

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Podiumsdiskussion

  • Jerôme Ringo, Vorstandsmitglied, Apollo Alliance (MP3 anhören)
  • Cem Özdemir, Bundesvorsitzender, Bündnis 90/Die Grünen (MP3 anhören)
  • Michael Sommer, Vorsitzender, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) (MP3 anhören)
  • Moderation: Carlos Mulas-Granados, Direktor, IDEAS

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Foren Runde III

IIIa    Grüner Lifestyle – die Macht der Verbraucher und Verbraucherinnen

  • Andre de Freitas, Direktor, Forest Stewardship Council (FSC) (MP3 anhören)
  • Klaus Müller, Vorstand, Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (MP3 anhören)
  • Kathrin Hartmann, Autorin  (MP3 anhören)
  • Moderation: Bärbel Höhn, Mitglied des Bundestags, stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

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IIIb    Stimulierendes Umfeld – Nord-Süd-Partnerschaften für den Wandel

  • Alina Averchenkova, Senior Analyst, Internationale Klimapolitik, First Climate AG (MP3 anhören)
  • Frank Momberg, Asiatisch-Pazifischer Regionaldirektor für Entwicklung, Fauna & Flora International (MP3 anhören)
  • Stephen Mutimba, Generaldirektor, Camco Kenya (MP3 anhören)
  • Moderation: Andrew Light, Senior Fellow, Center for American Progress (CAP)

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IIc    Die Gesellschaft verändern – Neue Bündnisse

  • Hans-Jürgen Urban, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied, IG Metall (MP3 anhören)
  • Harald Kächele, Vorstand, Deutsche Umwelthilfe  (MP3 anhören)
  • Margrete Strand Rangnes, Stellvertretende Direktorin,  Blue Green Alliance (MP3 anhören)
  • Moderation: Cem Özdemir, Bundesvorsitzender, Bündnis 90/Die Grünen

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IIId     Ein grüner New Deal für Städte und Gemeinden?

  • Sandy Taylor, Leiter, Klimawandel und Nachhaltigkeit, Birmingham City Council (MP3 anhören)
  • Hans Mönninghoff, Erster Stadtrat und Wirtschafts- und Umweltdezernent, Stadt Hannover  (MP3 anhören)
  • Jens Lattmann, Beigeordneter und Leiter, Dezernat für Umwelt und Wirtschaft des Deutschen Städtetages  (MP3 anhören)
  • Bas Boorsma, Direktor, Internet Business Solutions Group und Leiter, Connected Urban Development, CISCO Systems, Inc. (MP3 anhören)
  • Moderation: Dale Medearis, Umweltplaner (MP3 anhören)

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▬ Nachhaltiges Wachstum – Wachstum der Zukunft?

Keynote

  • Reinhard Bütikofer, Mitglied des Europäischen Parlaments, Die Grünen/EFA (MP3 anhören)

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Podiumsdiskussion

  • Ralf Fücks, Vorstand, Heinrich-Böll-Stiftung (MP3 anhören)
  • Jiahua Pan, Senior Fellow und Vizedirektor, Research Centre for Sustainable Development (RCSD) an der Chinese Academy of Social Sciences (CASS) (MP3 anhören)
  • Michael Ettlinger, Vizepräsident für Wirtschaftspolitik, Center for American Progress (MP3 anhören)
  • Derek Eaton, Programme Officer, UNEP / DTIE – Economics & Trade Branch (MP3 anhören)


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Würzburg: Wem gehört die Welt?

28. Juni 2010, Comments (0)

Wem gehört die Welt?
Zur neuen Aktualität der Gemeingüter

Vortrag und Diskussion

22. September 2010, 19:30h
Kolping-Akademie, Kolpingplatz 1, Raum 2
Würzburg

Natürliche Ressourcen wie Wasser, das genetische Erbgut von Mensch, Tieren und Pflanzen oder die Erdatmosphäre – all diese auf den ersten Blick so unterschiedlichen Bereiche haben etwas gemeinsam: Sie gehören zur unverzichtbaren Basis menschlichen Lebens. Und: Sie gehen der Gemeinschaft immer mehr verloren, weil sie privatisiert und der allgemeinen Verfügung entzogen werden.

Wer sich nicht damit abfinden will, dass die Welt nicht mehr allen gehört, dass sie immer mehr “eingezäunt” und kommerzialisiert wird, muss sich neuen Konzepten umsehen. Die “Gemeingüter”, im Englischen auch “Commons” genannt, sind ein solches Konzept, das auf eine lange Tradition verweisen kann und wieder verstärkt in den Blickpunkt wirtschaftspolitischer Diskussionen rückt. Die Verleihung des Nobelpreises für Wirtschaft an die Gemeingüter-Forscherin Elinor Ostrom ist dafür nur ein Indiz von vielen.

Wir stellen das Konzept der Gemeingüter vor, beleuchten ihre Vielfalt und ihr Potenzial, diskutieren, wie sie “verwaltet” werden können, und fragen nach ihrer bedeutung für die Wirtschaft der Zukunft.

Referentin: Silke Helfrich, Freie Bildungsreferentin und Publizistin, lebt und arbeitet in Jena/Thüringen.

Silke Helfrich studierte romanische Sprachen und Pädagogik an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Seit Mitte der 90er Jahre ist sie entwicklungspolitisch tätig. Sie leitete von 1996 bis 1998 das Büro der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen und von 1999 bis 2007 das Regionalbüro der Heinrich-Böll-Stiftung in Mexiko City mit den Schwerpunkten Globalisierung, Gender und Menschenrechte.
Silke Helfrich betreibt ein deutschsprachiges Blog zum Thema Commons/Gemeingüter. Sie ist Mitherausgeberin und -autorin des Buchs “Wem gehört die Welt? – Zur Wiederentdeckung der Gemeingüter”.

Eintritt frei!

Eine Veranstaltung der Petra-Kelly-Stiftung.

Rostock: Energieland Mecklenburg-Vorpommern

23. Juni 2010, Comments (0)

Energieland Mecklenburg-Vorpommern – Potenziale Erneuerbarer Energien
Tagung

Rostock, 9. September 2010, 9:30h – 17:30h
Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät der Universität Rostock, Justus-von-Liebig-Weg, Großer Hörsaal

Eine der wichtigsten globalen Zukunftsaufgaben ist die Sicherstellung einer nachhaltigen, d.h. ökonomisch, ökologisch und sozial tragfähigen Energieversorgung. Es ist unstrittig, dass dies nur durch einen schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien und eine möglichst effiziente Nutzung der fossilen Energieträger gelingen kann. In einem ersten Schritt soll nach den Vorgaben der EU der Anteil von Bioenergie, Geothermie, Solarenergie, Wasserkraft und Windkraft am Endenergieverbrauch in Deutschland von heute 9% auf 18% im Jahr 2020 verdoppelt werden.

Die Energieversorgung muss jedoch langfristig vollständig mittels Erneuerbarer Energien sichergestellt werden und im Rahmen der Veranstaltung werden die Möglichkeiten und Grenzen der Erneuerbaren Energien ausgelotet. So werden das aktuelle „SRU-Gutachten Stromversorgung in Deutschland 2050“ und der „Aktionsplan Klimaschutz M-V“ (Fertigstellung Sommer 2010) im Rahmen der Tagung präsentiert. Darüber hinaus sind vier Vorträge zu den technischen Potenzialen sowie Stand und Perspektiven in der Praxis für die Wind-, Bio- und Solarenergie sowie die Geothermie vorgesehen. Außerdem wird das Thema „Wasserstoff – Energieträger der Zukunft“ vom Rostocker Leibniz-Institut für Katalyse vorgestellt. Den Abschluss der Tagung bildet eine Podiumsdiskussion zum Thema „Erneuerbare Energien und Klimaschutz – Wirtschaftsmotor der Zukunft“.

Eine Kooperationsveranstaltung von VDI Mecklenburg-Vorpommern, Wissenschaftsverbund Um-Welt der Universität Rostock, der Heinrich-Böll-Stiftung MV, dem Verein „Rostock denkt 365°“ und der Landesarbeitsgemeinschaft der IHK.

Weitere Informationen zur Tagung und Anmeldeunterlagen bei Christine Decker: christine.decker(at)boell-mv.de

Lüneburg: VON VERKEHR(T) ZU RICHTIG MOBIL!

23. Juni 2010, Comments (0)

VON VERKEHR(T) ZU RICHTIG MOBIL!
Wie gelingen nachhaltige Mobilitätskonzepte?

Lüneburg, 3./4. September 2010
Tagung

Bisher besitzt Deutschland kein überzeugendes Mobilitätskonzept. Alle wissen es. Es gibt seit geraumer Zeit den Trend zurück in die Stadt. In Deutschland leben seit letztem Jahr erstmals mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Um die Städte haben sich Ballungsräume entwickelt, zusätzlich durch Eigenheimzulage und Kilometerpauschalen gefördert. Die Städte dehnen sich räumlich und funktional in ihr Umland aus .

Bei den Menschen dort wächst der Unmut auf Lärm und Schmutz durch zunehmende (Pendel)verkehre. Citymauts, Anwohnerparkzonen u. a. sind erste Antworten darauf. Leidtragende des Unmuts der Städter sind zuerst die Pendler, die mangels Alternativen häufig auf das Auto angewiesen sind.

Auf dem sich ausdünnenden Land droht das Auto noch mehr als heute zum einzigen Fortbewegungsmittel zu werden. Der Verkehr in Stadt und Region emittiert über 20 % der Treibhausgase und ist damit ein bedeutender Klimafaktor und erhöht zusätzlich den Handlungsdruck.

Die Tagung will zweierlei:

Im Rahmen einer Ideenbörse einen Ausschnitt der verschiedenen Richtungen des Nachdenkens über Weiterentwicklungen unseres Mobilitätsverhaltens geben und darüber diskutieren, warum wir immer wieder der Welt des höher, schneller, weiter verfallen, die uns anhält allzeit verfügbar zu sein und überall sofort hinkommen zu müssen und dieses auch noch als Freiheit empfinden. Lässt sich dem eine Kultur der Langsamkeit, der Begegnung, des zu Hause Seins entgegensetzen?

Mit:
Barbara Lenz, Stiftungsprofessorin Verkehrsgeografie in Berlin, zugleich Leiterin der Forschungsabteilung Mobilität und Verkehr
Weert Canzler, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und Initiator der “Projektgruppe Mobilität”
Peter Pez, Dekan des Institut für Stadt- und Kulturraumforschung an der Leuphana Universität Lüneburg
Reinhard Loske, Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, Bremen
Michael Adler, Chefredakteur Fairkehr, dem Magazin des VCD
Katharina Fegebank, GAL, wiss. Mitarbeiterin Uni Lüneburg

… und vielen weiteren ReferentInnen, einem einmaligen Ideenmarkt sowie diversen Debattentischen.

Flyer mit weiteren Informationen zur Veranstaltung

Eine gemeinsame Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Bremen, Umdenken – Heinrich Böll Stiftung Hamburg, Stiftung Leben & Umwelt Niedersachsen, Bildungswerk Anderes Lernen Schleswig-Holstein, Heinrich Böll Stiftung Mecklenburg-Vorpommern und der Universität Lüneburg.

Information und Anmeldung:
Stiftung Leben und Umwelt, Warmbüchenstr. 17, 30159 Hannover
Tel. 0511/3018570, Fax: 0511/30185714, info(at)slu-boell.de

Video: Green New Deal Debatte in Kiel: "Global denken. Nachhaltig wirtschaften. Gerechtigkeit ermöglichen"

22. Juni 2010, Comments (0)

Am 7. Juni 2010 diskutierten Prof. Dr. Gernot Klepper, Institut für Weltwirtschaft (Kiel), Hinrich Krey, Geschäftsführer der Fa. Voith Turbo Lokomotivtechnik (Kiel) und
Henrike Thies vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Tübingen im Konferenzsaal des Schleswig-Holsteinischen Landtag:

Global denken. Nachhaltig wirtschaften. Gerechtigkeit ermöglichen.
Wie können die wirtschaftpolitischen Akteure in Schleswig-Holstein
ihrer internationalen Verantwortung gerecht werden?

Das weltweite Bevölkerungswachstum, die globale Armut und insbesondere die internationalen Verhandlungen um die Klimafrage zeigen mehr als deutlich den Nachholbedarf der Schwellen- und Entwicklungsländer bei der Entwicklung ihrer Ökonomien. Aber was hat das mit Schleswig-Holstein zu tun?
Wenn wir dieser Herausforderung auch auf Landesebene ernsthaft begegnen wollen und gleichzeitig einer Ressourcen sparende und Umwelt schonenden Politik den Weg ebnen wollen, stehen wir vor paradigmatischen Veränderungen.

Dokumentation Konferenz "The Great Transformation – Greening the Economy"

21. Juni 2010, Comments (0)

Alle Panels der Konferenz “The Great Transformation – Greening the Economy” sind nun auch als Audio-Aufzeichnung verfügbar.

Direkt im Webbrowser:

Oder als einzelne MP3-Dateien zum Download:
(weiterlesen…)

Ein Green New Deal in den USA? Obama, Emissionshandelssysteme und die Ölpest

21. Juni 2010, Comments (0)

Tübingen (17.06.2010)

Die USA sind weltweit nach China der zweitgrößte Emittent von Treibhausgasen. Beim CO2-Ausstoß pro Kopf bewegen sie sich immerhin noch auf Platz 5 – direkt hinter den Ölförderländern am Persischen Golf. Seit 1990 ist der Ausstoß von Treibhausgasen in den USA um über 15% gestiegen. Welche Rolle spielen die USA bei internationalen Klimaverhandlungen? Wie wird Klimapolitik auf nationaler Ebene gemacht, und was sind die Spielräume für klimapolitisches Handeln auf der regionalen und lokalen Ebene? Wie hat sich der Regierungswechsel zu Präsident Obama auf die US-Klimapolitik ausgewirkt? Und was bedeutet die Ölkatastrophe am Golf von Mexiko für Obama und seine Pläne für eine Stärkung erneuerbarer Energien in den USA?
In einem spannenden Vortrag und bei der anschließenden intensiven Diskussion ging Miranda Schreurs, Professorin für Vergleichende Politikwissenschaft und Leiterin der Forschungsstelle für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin, der Frage nach einem Green New Deal in den USA nach.

Von Kyoto über Kopenhagen nach Cancún
Prof. Schreurs erinnerte daran, dass die USA die internationalen Klimaverhandlungen um das Kyoto-Protokoll in den 90er Jahren zunächst konstruktiv mitgetragen und das Protokoll auch unterzeichnet hätten. Der Senat, der in den USA alle internationalen Abkommen mit Zwei-Drittel-Mehrheit ratifizieren muss, verweigerte jedoch seine Unterschrift – er kritisierte, dass das Abkommen nur für Industrieländer, nicht aber für Schwellenländer bindende Reduktionspflichten vorsehe. Diese Haltung vertrat auch George W. Bush, der 2001 verkündete, dass Kyoto-Protokoll sei in seiner aktuellen Form „tot“.
An die Wahl Obamas sind daher Hoffnungen an eine neue Verbindlichkeit in der internationalen Klimapolitik geknüpft worden. Der Klimagipfel von Kopenhagen hat jedoch den erhofften Durchbruch nicht gebracht. Die USA boten 17% Reduktion bis 2020 an – allerdings gemessen an den Emissionswerten von 2005, die seit 1990 stark gestiegen sind. Die Staaten konnten sich nicht auf verbindliche Reduktionsziele einigen. Umweltschützer sprechen daher von ‚Flop’enhagen. Bei ihrer Prognose für den Folgegipfel in Cancún blieb Miranda Schreurs vorsichtig: Auch hier bleibe Präsident Obama von einer Ratifizierung durch den Senat abhängig. Daher sei zweifelhaft, ob in Mexiko ein Durchbruch erreicht werden könne.

Vorreiter auf lokaler und regionaler Ebene
Auch auf nationaler Ebene ging der Klimaschutz eher zögerlich voran. Die wichtigste Umweltbehörde in den USA, die Environmental Protection Agency (EPA), verlor unter Präsident Bush an Bedeutung, viele wichtige Entscheidungen wurden z.B. vom Energieministerium bearbeitet. Im Gegenzug sind jedoch auf lokaler und regionaler Ebene zahlreiche Initiativen vorangetrieben worden. So gibt es inzwischen beispielsweise regionale Treibhausgas-Handelssysteme verschiedener Bundesstaaten. Die „Western Climate Initative“, an der u.a. Kalifornien, Oregon, Washington sowie einige kanadische Bundesstaaten teilnehmen, ist sogar umfassender als der europäische Emissionshandel, da auch Emissionen aus Verkehr und privatem Verbrauch einbezogen werden. Das „Manitoba and Midwest States Cap and Trade-System“ sieht neben Emissionshandel 30% erneuerbare Energien bis 2030 vor. Vorreiter unter den Bundesstaaten ist Kalifornien, das bis 2020 Emissionen auf das Niveau von 1990 senken will.

Hoffnungsträger Obama
Nach dem Durchhänger für Klimapolitik unter Bush knüpften sich an die Wahl Barack Obamas zahlreiche Hoffnungen für eine Intensivierung der Klimaschutzbemühungen durch das Weiße Haus. In der Tat spielen ökologische Initiativen eine wichtige Rolle in dem Konjunkturprogramm (American Recovery and Reinvestment Act), das 2009 unter Obama verabschiedet wurde. Es sieht unter anderem mehrstellige Milliardenbeträge für Investitionen und Steueranreize in den Bereichen Energie und Transportwesen vor. Miranda Schreurs stellte jedoch fest, dass das Thema Umwelt – angesichts der Anstrengungen zur Reform des Gesundheitswesens – für Obama offensichtlich in den ersten Monaten seiner Amtszeit nicht oben auf der Prioritätenliste gestanden habe.

Klima-Initativen in Repräsentantenhaus und Senat
Auch im Kongress ist die Klimapolitik unter Obama in Schwung gekommen. 2009 nahmen die Abgeordneten des Repräsentantenhauses ein durch die Abgeordneten Waxman und Markey eingebrachtes Klima- und Energiegesetz an. Es sieht unter anderem ein ambitioniertes Emissionshandelssystem vor. Im Senat, der dem Gesetz ebenfalls zustimmen muss, haben die Senatoren Kerry und Lieberman einen eigenen Entwurf veröffentlicht. Eine Mehrheit ist ungewiss, da hierfür Stimmen der Republikaner notwendig wären; der republikanische Senator Graham, der zunächst beteiligt war, hat sich jedoch aus dem Prozess zurückgezogen. Im November stehen zudem Midterm-Wahlen im Kongress an, bei denen erfahrungsgemäß die regierende Partei Sitze im Repräsentantenhaus und im Senat verliert; dies würde ein positives Abstimmungsergebnis deutlich erschweren.

Ein Joker für Obama?
Sollte ein Klimagesetz im Kongress scheitern, könnte Obama stattdessen den Weg über Verordnungen wählen. 2007 sprach der Oberste Gerichtshof der USA in einem Verfahren der US-Umweltbehörde EPA das Recht zu, den Ausstoß von Treibhausgasen per Verordnung zu regulieren. In der Folge stufte die EPA sechs Treibhausgase, darunter CO2, als gesundheitsschädlich ein und erklärte eine Regulierung von Emissionen für notwendig. Dies ermöglicht es Obama, notfalls auch ohne Zustimmung des US-Kongresses Klimaschutzgesetze zu erlassen. Auch wenn – so die Einschätzung von Prof. Schreurs – Präsident Obama diesen Weg wahrscheinlich nicht wählen werde, da er auf diese Weise wohl auch Teile der Demokraten gegen sich aufbringen würde, hat er damit immerhin ein Druckmittel gegenüber dem Kongress in der Hand.

Obama und die Ölkrise
Anfang des Jahres hatte Obama sich in seiner Rede zur Lage der Nation noch für mehr Offshore-Drilling ausgesprochen. Mit der Ölkrise im Golf von Mexiko sind weitere Tiefsee-Bohrungen keine reale Option mehr. Prof. Schreurs sieht zwei Möglichkeiten, wie sich die Umweltkatastrophe innenpolitisch auswirken könnte: Einerseits könnte von der Ölpest ein neuer Impuls für die Förderung erneuerbarer Energien ausgehen, wie Obama dies in seiner Rede aus dem Oval Office ausgemalt hat. Andererseits war die Förderung von Tiefseebohrungen immer ein wichtiges Element, um zumindest einige Republikaner für Klimagesetze zu gewinnen; mit dem Wegfall dieser Option ist ein Kompromiss nun schwieriger zu erreichen. Frau Schreurs stellte aber fest: „Ich möchte an die erste Version glauben.“

Ein Artikel von Henrike Thies

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem d.a.i. Tübingen statt.

Staatliche Technikakademie Weilburg

20. Juni 2010, Comments (0)

Anschrift des Projektes:
Frankfurter Str. 40
35781 Weilburg

Website des Projektes:
http://www.ta-weilburg.com/

Kurzbeschreibung:
Die Technikakademie Weilburg ist eine der größten Fachschulen für Technik des Bundesgebietes und die größte eigenständige Fachschule in Hessen; ihr Schwerpunkt ist die berufliche Weiterbildung in den Bereichen Maschinen-, Elektro-, Informationstechnik und Mechatronik. Bekannt im ganzen Bundesgebiet ist das Kompetenzzentrum für Erneuerbare Energien der Fachschule. Seit August 2009 gibt es einen spezifischen, in Deutschland einmaligen Studiengang in der Fachrichtung Mechatronik mit dem Schwerpunkt „Erneuerbare Energien”. Auf dem Gelände soll der Erneuerbare Energien Park entstehen, in dem Formen der erneuerbaren Energien praktisch verdeutlicht werden.

Begründung:
Technikerinnen und Techniker mit einer soliden und flexiblen Ausbildung sind auch in konjunkturell schlechten Zeiten weniger als andere Berufsgruppen von Arbeitslosigkeit bedroht. Die höhere Qualifikation erweist sich als gute Zukunftsinvestition, da sie vielseitige Möglichkeiten des späteren beruflichen Einsatzes eröffnet. Damit steht die Technikakademie Weilburg insbesondere für den sozialen Aspekt des Green New Deal, weil sie gezielt auf den Arbeitsmarkt der Zukunft vorbereitet.

Jugendworkshop: Desertec – mit Sonne aus Afrika auf in die Zukunft oder zurück zum Zentralismus?

18. Juni 2010, Comments (0)

Münsingen (5.6.2010)

Während auf der Schwäbischen Alb die Sonne vom Himmel knallte, versammelten sich etwa dreißig motivierte junge Menschen im Schwarzzelt des Aufstand-Festivals um über die Energiepotentiale derselben zu diskutieren. Den Desertec-Workshop leitete Ann-Kathrin Neureuther (MSc Development Studies und ehemalige Stipendiatin des Studienwerks der Heinrich Böll Stiftung); er fand im Rahmen des Jugendumweltfestivals „Aufstand“ der Naturschutzjugend Baden-Württemberg statt.

Die Desertec-Initiative: Wüstenstom für Europa
Dabei ging es um die Nachhaltigkeit der Desertec-Idee, deren Kern es ist, den Sonnenreichtum der Wüsten zur Energieversorgung Europas zu nutzen. „Nachhaltige Entwicklung“ scheint sich im Eiltempo zum neuen Schlagwort zu etablieren, ein Etikett mit dem – so scheint es – jedes neue wirtschaftliche Projekt, jedes neue politische Vorhaben versehen wird. Vielleicht das prominenteste der jüngst als „nachhaltig“ oder auch „zukunftsfähig“ charakterisierten Projekte ist die Desertec-Initiative, die in diesem Sinne unter anderem von greenpeace während ihrer Geburtstunde unterstützt wurde. Als Keimzelle der Desertec-Idee gilt der Club of Rome, der sich 2003 mit dem Hamburger Klimaschutzfond sowie dem Jordanischen Nationalen Energieforschungszentrum zusammen tat. Heute sind vor allen Dingen deutsche Unternehmen beteiligt, darunter Münchener Rück, Deutsche Bank, Siemens, ABB, E.On und RWE. Sie kooperieren mit Abengoa Solar, Cevital, HSN Nordbank, M+W Zander Holding, MAN Solar Millenium und Schott Solar.

Mit 3/1000 Wüstenfläche die Welt mit Energie versorgen
Das Desertec-Konzept beruht auf der Erkenntnis, dass nur 3/1000 der Wüstenfläche ausreichen würden, um den derzeitigen globalen Energiebedarf von 18.000 Terawattstunden pro Jahr zu decken. Gleichsam empfangen alle Wüsten der Erde in weniger als sechs Stunden soviel Energie, wie die Menschheit in einem Jahr verbraucht. Zur Umsetzung dieser Idee verlässt sich Desertec auf eine technische Doppelstrategie: zur Stromgewinnung in der Sahara sollen solarthermische Kraftwerke dienen, zur Übertragung des Stroms Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ-Leitungen). Auf diese Weise sollen bis 2050 17% des EU-Strombedarfs gedeckt werden.

Wie nachhaltig ist Desertec?
Nach einer kurzen Einführung in das Konzept der Desertec-Initiative, die dahinter stehenden Akteure, die geographische Ausdehnung sowie die Theorie der Nachhaltigkeit bekamen die Teilnehmer_innen (eine bunte Mischung von 14 bis 28jährigen) die Möglichkeit, in Kleingruppen darüber zu diskutieren, wie nachhaltig Desertec im Hinblick auf ökonomische, ökologische und soziale Kriterien wirklich ist. Jede Gruppe fand nach einem kurzen Brainstorming und einer offenen Plenumsdiskussion sowohl positive wie auch negative Dimensionen von Desertec im Hinblick auf Nachhaltigkeit. So kritisierte ein Teilnehmer, der sich in seiner Studiumsabschlussarbeit mit regenerativen Energien beschäftigt, dass die Ökobilanz des Projekts nicht ausreichend durchdacht ist: der immense Materialverbrauch des Megaprojekts schien ihm nicht gerade nachhaltig, auch wenn bei der Stromgewinnung selbst kein CO2 ausgestoßen wird. Andere legten ihren Fokus besonders auf die soziale Dimension und bemängelten die geringe Souveränität der Erzeugerstaaten sowie das Risiko eines solaren Ressourcenfluchs (der empirische Zusammenhang zwischen Ressourcenreichtum und gesellschaftlichen Konflikten bis hin zum Bürgerkrieg).

Positive Grundstimmung
Dennoch war die Gesamtstimmung in der Gruppe alles andere als pessimistisch. Der Tenor war, dass die Grundidee nicht unbedingt konträr zu Zielen der Nachhaltigkeit verläuft, dass aber die politischen Rahmenbedingungen – auch hinsichtlich der Nordafrikanischen Länder – letztendlich über Gelingen oder Scheitern des Megaprojekts der deutschen Industrie entscheiden werden.

Als die Teilnehmer_innen schließlich das Zelt verließen, war zumindest auf der Schwäbischen Alb auch schon weniger von der Kraft der Sonne zu spüren.

Ein Artikel von Ann-Kathrin Neureuther

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