Qualitatives Wachstum – Zauberformel oder Scheinlösung?
Wieviel Wachstum erträgt die Erde?
Do., 17. Juni 2010, 19 – 21Uhr
Mainz, Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN
Albert-Schweitzer-Straße 113-115
In den vergangenen Jahrzehnten galt Wirtschaftswachstum meist ganz selbstverständlich als Garant für zunehmenden Wohlstand und Beschäftigung, obwohl die Endlichkeit von Rohstoffen und die Belastungsgrenzen der Natur längst bekannt sind (siehe Bericht des Club of Rome 1972).
Heute sehen nur noch wenige Fachleute ein ungesteuertes Wachstum als reales Ziel der wirtschaftlichen Entwicklung an. Diskutierte Alternativen sind ein Wachstumsstopp oder -rückgang, immaterielles Wachstum im Dienstleistungsbereich oder qualitatives Wachstum. Letzteres fördert gezielt bestimmte Wirtschaftsbereiche oder –aktivitäten, während andere eher reduziert werden. Dabei gibt es unterschiedliche Ansätze. Viele davon zielen auf Umwelt- und Klimaschutz ab.
Der Green New Deal stellt ein Konzept vor, durch das gleichzeitig Klimaschutz, sozialer Ausgleich und neue Arbeitsplätze realisiert werden. Dazu sollen die Finanzmärkte strenger reguliert und überwacht werden, es soll massiv in Klimaschutz und Bildung investiert und die sozialen Dienstleistungen ausgebaut werden. Insbesondere soll durch Effizienztechniken der Energie- und Rohstoffverbrauch vom Wirtschaftswachstum abgekoppelt werden.
Ist die Entwicklung einer energieeffizienten, an Dauerhaftigkeit und Wiederverwertbarkeit orientieren Wirtschaftsweise, die gute Arbeitsplätze schafft, schnell genug möglich? Reicht dies aus, um die ökologische Selbstzerstörung zu verhindern? Oder macht gesteigerter Konsum die Effizienzgewinne in den Industrieländern wieder zunichte? Wie könnte qualitatives Wachstum aussehen? Bislang bot Wachstumsgewinn die Chance zur Änderung gesellschaftlicher Einkommensverteilung, ohne dass eine Gruppe relevant verzichten musste. Wie kann es ohne Wirtschaftswachstum einen sozialen Ausgleich geben?
In unserer Diskussion soll die Problematik aus verschiedenen Blickwinkeln diskutiert werden. Nach einem ersten Austausch der ReferentInnen ist auch die Beteiligung des Publikums willkommen.
Vortrag
apl. Prof. Dr. Niko Paech, Universität Oldenburg, Institut für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik
Podiumsdiskussion
apl. Prof. Dr. Niko Paech, Universität Oldenburg, Institut für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik
Bernhard Braun, Bündnis 90/Die Grünen
Mehrdad Payandeh, DGB, Referatsleiter Wirtschafts- und Steuerpolitik/Wachstumsfragen
Moderation: Vera Gaserow, freie Journalistin (taz, Frankfurter Rundschau, die ZEIT)
In der ZEIT ist ein interessanter Artikel von Wolfgang Uchatius erschienen, der die Notwendigkeit von Wirtschaftswachstum hinterfragt.
Tags: Debatte, Rheinland-Pfalz, Wachstum


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