Video: Gemeingüter als Antwort auf die Krise? Das Beispiel Landwirtschaft « Green New Deal

Video: Gemeingüter als Antwort auf die Krise? Das Beispiel Landwirtschaft

7. Juli 2010,

Die Krise der Ökonomie, der Ökologie und der Gerechtigkeit verlangt einen Systemwechsel. Während die Regierung Zeit und Geld verschwendet, keimen an vielen Orten Ansätze für die Umorientierung zu einem ökologisch-sozialen Wirtschaften. Es ist kein Zufall, dass der Wirtschaftsnobelpreis 2009 Elinor Ostrom verliehen wurde, der Vordenkerin der Gemeingüter-Ökonomie.

Die Krisen schärfen das Bewusstsein für die Existenz und die Bedeutung von Gemeingütern: materielle, natürliche Ressourcen ebenso wie immaterielle, intellektuelle Ressourcen, die als Gemeinschaftsbesitz Grundlage unseres Wohlstandes sind.

Rund 60 Prozent der Erdoberfläche und damit ein Großteil aller natürlichen Gemeingüter werden von Land- und ForstwirtInnen genutzt und verwaltet. Klima, biologische Vielfalt, Boden-, Wasser- und Lebensmittelqualität, der Erhalt von Kulturlandschaft hängt von ihnen ab. Ernährungskrise und Klimawandel, Patentierung von Saatgut und DNA und Privatisierung wissenschaftlicher Erkenntnisse zeigen die zentrale Rolle von Land- und Forstwirtschaft beim Schutz von Gemeingütern.

Diskutiert wurden unter anderem die Fragen:

  • Was steckt hinter dem Konzept der Gemeingüter?
  • Was ist der Zusammenhang zu Wachstum, Wohlstand und zum Green New Deal?
  • Welche Rolle kommt der Landwirtschaft bei der Auseinandersetzung um Gemeingüter zu?
  • Wie können Zugangs-, Nutzungs- und Teilhaberechte geregelt werden?
  • Wie können Gemeingüter gestärkt werden?
  • Taugt Privatisierung zum Erhalt gefährdeter Gemeingüter?
  • Tun sich neue gesellschaftliche Allianzen zum Schutz von Gemeingütern auf?

Mit:
Silke Helfrich, Bildungsreferentin und Publizistin, gab 2009 “Wem gehört die Welt? Zur Wiederentdeckung der Gemeingüter” heraus und betreibt das deutschsprachige Blog www.commonsblog.de. Sie kommt aus der (entwicklungs-)politischen Bildungsarbeit und war 1999-2007 Leiterin des Regionalbüros Mittelamerika der Heinrich-Böll-Stiftung.

Benny Härlin leitet seit 2002 das Berliner Büro der Zukunftsstiftung Landwirtschaft; er ist Initiator der Initiative Save Our Seeds gegen Gentechnik im Saatgut und der Aktion Golden Bantam. Er vertrat 2004-2008 Nichtregierungsorganisationen im Aufsichtsrat des Weltagrarberichts und ist Mitglied der International Commission on the Future of Food.

und Kommentaren von
Christian Hiß, Vorstand der Regionalwert AG – Bürgeraktiengesellschaft in der Region Freiburg, Franz Heidhues, Professor für Entwicklungstheorie und ländliche Entwicklungspolitik an der Universität Hohenheim und Gesa U. Schönberger, Memorandum Lebens-Mittel, Denkwerk Zukunft und Geschäftsführerin Wild-Stiftung

Moderation:
Vera Gaserow, Journalistin (taz, ZEIT, Frankfurter Rundschau)

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