Gute Spekulation, schlechte Spekulation – Dilemma für die Finanzmärkte? « Green New Deal

Gute Spekulation, schlechte Spekulation – Dilemma für die Finanzmärkte?

15. April 2011,

Mi, 25. Mai 2011, 19.30 Uhr
Haus am Dom, Frankfurt am Main

„Das Zocken muss ein Ende haben“ hörte man in den letzten Jahren von Wissenschaftlern wie Politikerinnen ganz unterschiedlicher Provenienz. Das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Finanzmärkte ist angeschlagen. Erfüllen die Märkte ihre Aufgaben im Dienste der Realwirtschaft oder werden sie von Spekulationen und Spekulanten getrieben? Insbesondere wenn es Rohstoffe oder Währungen betrifft, stehen Händler/innen und Investoren immer wieder unter Verdacht, sich durch Spekulationen zu bereichern und dabei der Allgemeinheit schweren Schaden zu zufügen. Aber was genau ist eigentlich Spekulation?
Laut Lehrbüchern ist Spekulation ein wichtiges Element funktionierender Märkte. Gut informierte Spekulanten sind ein wichtiges Korrektiv, indem sie Meinungstrends hinterfragen und durch Arbitrage für die Angleichung von Preisen über verschiedene Märkte hinweg sorgen. Kritiker/innen weisen darauf hin, dass Spekulation funktionerende Märkte aushebelt und sich die Realität der Finanzmärkte längst von den realwirtschaftlichen Entwicklungen abgekoppelt hat. Kurzfristige Gewinnorientierung, gleichgerichtete Informationen und falsche Anreize für Investmentmanager/innen führen zu Spekulationen mit und nicht gegen den Trend. Mangelnde Markttransparenz gibt zentralen Akteuren Wettbewerbsvorteile, und einzelne marktstarke Akteure oder Gruppen von Akteuren können, zumindest kurzfristig, Angebot und Nachfrage in eine bestimmte Richtung lenken und damit wichtige ordnungspolitische Grundsätze aushebeln.

Gute Spekulation und schlechte Spekulation stehen nebeneinander. Ein Dilemma für die Finanzmärkte?

Mit unseren Gästen wollen wir über die Notwendigkeit und die Grenzen von Spekulation diskutieren. Was kann, was muss und was sollte nicht getan werden, damit Finanzmärkte ihre Funktion für Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig ausfüllen können?

Keynote:
Urs Stäheli, Professor für Soziologie an der Universität Hamburg, Autor des Buches „Spektakuläre Spekulation“, Hamburg

Paneldiskussion mit:
Dr. Günter Birnbaum, Abteilungspräsident Wertpapieraufsicht, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BAFIN, Frankfurt am Main
Prof. Dr. Gerhard Illing, Seminar für Makroökonomie, Ludwig-Maximilians-Universität München
Dirk Müller, freier Börsenmakler, Bestsellerautor, www.cashkurs.de
Gerhard Schick, MdB und Finanzmarktexperte von Bündnis 90/Die Grünen, Berlin

Moderation:
Hannah Hempell, Sprecherin d. LAG Wirtschaft u. Finanzen der hessischen Grünen
Thomas Losse-Müller, Finanzsektorexperte bei der Weltbank

Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Hessen.

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