Wie vermeiden wir den ökologischen Kollaps einer Welt mit bald 9 Milliarden Menschen? Wenn “weiter so” ins Desaster führt und der Ruf nach Verzicht hilflos bleibt – was ist dann die Alternative?
Ralf Fücks skizziert die Umrisse einer grünen industriellen Revolution: vom ökologischen Raubbau zum ‘Wachsen mit der Natur’. Es geht um den Aufbruch in eine ökologische Moderne, die an der Idee des Fortschritts festhält und sie neu erzählt. Die Konturen einer neuen Produktionsweise tauchen bereits am Horizont auf. Sie basiert auf der Kombination menschlicher Kreativität mit den Produktivkräften der Natur. Europa hat das Potential, zum Vorreiter dieser Transformation zu werden.
Ralf Fücks, Intelligent wachsen. Die grüne Revolution
362 Seiten, 22,90 €, ISBN 978-3-446-43484-4, Hanser Verlag
Einführung in “Intelligent Wachsen – Die grüne Revolution” von Ralf Fücks am 14.03.2013
Junge Berliner Tüftler arbeiten an einer Taxi-App, bei der sich im Internet mehrere User zusammenschließen können, um ein Taxi gemeinsam zu nutzen. Insbesondere auf stark frequentierten Strecken, beispielsweise zum Bahnhof, Flughafen oder Partylocation verspricht die Vernetzung und Kostenteilung ein Erfolg zu werden.
Michael Cramer, MdEP Bündnis 90/Die Grünen, hat die oben genannte Studie an der TU-Dresden in Auftrag gegeben. Für das Gemeinwohl ist es notwendig, alle derzeitig verursachten externen Kosten zu internalisieren, da Verkehrsnutzer nur effizient handeln können, wenn sich in der Höhe von Preisen Knappheit ausdrückt. Für diese Schritte sind alle Kosten für die Gesellschaft (d.h. die Kosten einer bestimmten Fahrt für alle Personen, Länder und Generationen) dem Nutzen dieser Fahrt für die Gesellschaft (ebenfalls alle Personen, alle Ländern und alle Generationen) gegenüberstellen. Dieser Bericht analysiert die externen Kosten der Nutzung von Autos in der EU-27, indem die existierende Fachliteratur ausgewertet und ausgehend von diesen Zahlen eine Datengrundlage entwickelt wird.
Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg Winfried Kretschmann und Daimler Vorstand Dieter Zetsche diskutierten auf der Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung im “Ländle” zur Zukunft des Automobilstandorts Baden-Württemberg. Die wichtigste Nachricht: Beide stehen in einem regelmäßigen und vertrauensvollen Austausch miteinander. Kretschmanns Politik zielt darauf ab, das Auto so ökologisch wie möglich zu gestalten. Seine Aufgabe ist, dafür die Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Autos bauen, dass ist Kerngeschäft der Industrie.
Am 6. Dezember luden die Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg und die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart zur Diskussion über die Zukunft der Automobilindustrie in Baden-Württemberg. Zum Abschluss der Veranstaltung diskutierten Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Dr. Dieter Zetsche erstmals öffentlich miteinander.
Biosprit wird viel diskutiert. Einerseits kann Kraftstoff aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden. Andererseits gehen wertvoll Anbauflächen für Nahrungsmittel verloren. Die Debatte “Tank oder Teller” liegt somit auf dem Tisch. Aber: Ist technisch die Biospritproduktion bereits ausgereift?
Mobilität wandelt sich. Längst sind die Zeiten vorbei, in der der klassische Versorger der Familie auch das Privileg besaß, Auto mobil zu sein. Der Anteil der Frauen mit Führerschein ist in den jungen Generationen gleichauf mit den Männern. Frauen kaufen auch immer häufiger ein Auto.
Die im Auftrag von Shell erstellte Studie hinterfragt die Rolle von Biokraftstoffen im künftigen Kraftstoffmix. Dabei betrachtet die Studie nicht nur den Straßenverkehr, sondern alle Verkehrsträger. Insbesondere im Flugverkehr wird zur Reduzierung der CO2-Emissionen über Alternativen zum Kerosin diskutiert. Gleichzeitig stehen Biokraftstoffe in Nutzungskonkurrenzen: Anbauflächen für Biomasse gegen Anbauflächen für Nahrungsmittel?
Für Baden-Württemberg gilt ein besonderer Innovationsdruck: Der Automobilsektor ist der wichtigste Industriezweig der Region, von dem zahlreiche Arbeitsplätze abhängen. Die Zulieferindustrie ist besonders stark auf den Verbrennungsmotor ausgerichtet.
Winfried Kretschmann rief in seiner ersten Regierungserklärung eine „neue Gründerzeit“ aus, deren Impulse von Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit sowie Energie- und Ressourceneffizienz ausgehen. So soll eine neue und tragfähige Basis für Wirtschaft und Industrie mit zukunftsfähigen Arbeitsplätzen entstehen.
Mit welchen Strategien und Innovationen kann die Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandortes Baden-Württemberg – und damit Arbeitsplätze – gesichert werden?
Inwieweit kann und sollte die hiesige Automobilindustrie – als Hersteller von Premium- und Luxusautos – ökologisch umgebaut werden? Was kann die Automobilindustrie zu einer umweltorientierten Mobilität beitragen?
Welche politischen Steuerungsmittel gibt es, und wie kann eine Politik aussehen, die die Branche bei der ökologischen Transformation unterstützt? Welche Weichen kann die Landesregierung stellen?
Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg Dr. Dieter Zetsche, Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG, Leiter Mercedes-Benz Cars
Moderation: Prof. Stephan Ferdinand, Direktor, Institut für Moderation (imo), Hochschule der Medien, Stuttgart
ca. 21.30 Uhr Ende der Veranstaltung
Landesmesse Stuttgart, VIP Lounge Eingang Ost im 1. Stock (Atrium), 70629 Stuttgart
ÖPNV: S2 und S3 bis Flughafen / Messe