Autor: Michael Walther, Stadt- und Verkehrsgeograf und Vorstandsreferent in der Heinrich-Böll-Stiftung
In wenigen Jahren werden 2/3 der bundesdeutschen Bevölkerung in Städten leben. Entsprechend groß ist die Herausforderung, den Energieverbrauch der Städte zu reduzieren. Wesentlicher Baustein zur Minimierung ist die Isolierung von Gebäuden: im Winter zum Schutz vor Außenkälte und möglichst geringem Verlust der Heizungswärme, im Sommer zum Schutz vor Außenwärme und möglichst geringem Energieverbrauch für die Kühlung.
Uta Bauer beim Forum “Green New Deal in der Stadt: Stadtasthetik – Energieeffizienz – Mietpreise
Wie kann eine Energieeffizienzsteigerung im Wohngebäudebestand erreicht werden, die einerseits den kulturspezifischen und stadtprägenden Erscheinungsbildern Rechnung trägt und andererseits die Kosten so verteilt, dass finanzschwache Haushalte nicht übermäßig belastet werden? Dieses Spannungsfeld diskutierten Andreas Rietz – Referatsleiter Nachhaltiges Bauen im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumordnung (BBSR), Iris Behr – Institut Wohnen und Umwelt GmbH Darmstadt und Frank Pieter Hesse – Leiter des Denkmalschutzamtes der Freien und Hansestadt Hamburg. Die Moderation übernahm Uta Bauer – Büro für integrierte Planung Berlin. (weiterlesen…)
Autor: Stephan Depping, Politologe und freier Mitarbeiter der Heinrich-Böll-Stiftung
Die Landwirtschaft gilt als Schlüsselsektor der ökologischen Transformation. Fast vierzig Prozent der CO2-Emissionen gehen aufs Konto des Agrarsektors. Die Weltbevölkerung wächst, der Fleischkonsum nimmt zu, vor allem in den Schwellenländern. Auf immer mehr Ackerfläche werden Futtermittel für die Fleischproduktion oder Energiepflanzen angebaut. Gleichzeitig hungern schon heute weltweit über eine Milliarde Menschen.
v.l.n.r.: Matthias Meissner, Tanja Busse, Martin Häusling, Lars Kuhlmann
Wie unter diesen Vorzeichen ökologische Landwirtschaft gelingen kann, darüber diskutierten die Teilnehmer/innen des Forums „Ökolandbau und nachwachsende Rohstoffe – Zielkonflikte nachhaltiger Agrarwirtschaft?“ im Rahmen der Konferenz „Green New Deal – Die Zukunft beginnt jetzt!“ mit Lars Kuhlmann, Kreisvorsitzender des Bauernverbandes Schleswig-Holstein e.V., Matthias Meissner, dem Agrarreferenten des WWF Deutschland und Martin Häusling, MdEP, der für die Europagruppe der Grünen im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung sitzt. Die WDR-Journalistin und freie Autorin Tanja Busse moderierte das Forum. (weiterlesen…)
Autorin: Ute Brümmer, Referentin für Wirtschaft und Finanzen Heinrich-Böll-Stiftung
16% der zukünftigen Wirtschaftsleistung können für die Umweltsektoren prognostiziert werden, besagt eine Untersuchung des Wirtschaftsberaters Roland Berger. Auch die Grünen erwarten vom Green New Deal, der ökologischen Transformation der Wirtschaft, eine Million neue Jobs. Damit wäre der Green New Deal ein großer Job-Motor und Antreiber eines forcierten Strukturwandels in einem Wachstumsbereich der Wirtschaft.
Inwieweit diese Prognose realistisch eingeschätzt ist, eruierte Dr. Nina Scheer, Geschäftsführerin von UnternehmensGrün e.V. und Moderatorin des Workshops Green New Deal – das neue deutsche Jobwunder, im Rahmen der Tagung Green New New Deal – Die Zukunft beginnt jetzt!
v.l.n.r.: Anja Hajduk, Kai Hunemorder, Nina Scheer, Hartmut Meine
Dr. Kai Hünemörder, im Projekt Umweltpartnerschaft der Handwerkskammer Hamburg tätig, gewinnt dieser Zukunftsvision sehr viel ab. Er nennt als Indikator die sich bereits abzeichnenden Schwierigkeiten der Unternehmen, passgenau qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Hünemörder warnte zugleich, dass diesem Jobwunder der Treibstoff ausgehen könnte: die zur Verfügung stehenden Beschäftigten. (weiterlesen…)
Autorin: Henrike Narr, Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg
Der private Konsum ist in Deutschland für etwa 40 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Damit kommt der und dem Einzelnen durch Konsumentscheidungen ein beträchtliches Stück Einfluss bei der Umsetzung einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformation zu. Ob und wie grüne Lebensstile zum Mainstream werden können, das diskutierten Nicole Maisch, Sprecherin für Verbraucherpolitik der Bundestagsfraktion der Grünen, Stefan Kreutzberger, Autor des Buches „Die Ökolüge“, sowie Jacob Bilabel, Geschäftsführer der Thema1 GmbH, die im Auftrag von Unternehmen den CO2-Fußabdruck von Produkten berechnet, in dem Workshop „Leben im Green New Deal“.
v.l.n.r.: Nicole Maisch, Stefan Kreutzberger, Peter Unfried, Jacob Bilabel
„Die Verhaltensänderung einer einzelnen Person kann viel bewegen.“ Mit dieser Botschaft warb der Autor Stefan Kreutzberger für bewussten Konsum. Lebensmittel im Wert von etwa 400€ würden pro Jahr in einem durchschnittlichen Haushalt weggeworfen. Wer gezielt einkauft, kann dagegen Umwelt und den eigenen Geldbeutel schonen. Kreutzberger lädt seine Freunde auch mal abends zum Resteessen ein – da bringt jeder mit, was der Kühlschrank hergibt, um damit gemeinsam zu kochen und zu essen. (weiterlesen…)
Das Forum „Green New Deal in der Stadt“ als Beispiel für die Vernachlässigung des „Sozialen“ bei der Hamburger Konferenz „Green New Deal – Die Zukunft beginnt jetzt“ Anfang November 2011
Autor: David Koch, Student für Deutsch-Französische Sozialwissenschaften an der Universität Freiburg, Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung
Mit dem Forum „Green New Deal in der Stadt: Stadtästhetik – Energieeffizienz – Mietpreise“ wurde ein auch für Hamburg bedeutendes Themenfeld zur Diskussion gestellt: Die Folgen der energetischen Gebäudesanierung für Denkmalschutz und Mietpreisentwicklung. Wer dachte, dass die Debatte aufgrund des wenige Tage zuvor veröffentlichten Hamburger Mietspiegels besonders auf die Problematik steigender Mieten fokussiert sein würde, täuschte sich. Die Diskussion spitzte sich sehr schnell auf den Konflikt zwischen Klimaschutz und Denkmalpflege zu. Die aktuelle Kontroverse um Mieterhöhungen blieb außen vor.
v.l.n.r.: Uta Bauer, Andreas Rietz, Frank Pieter Hesse, Iris Behr
Gebäudesanierung ist mehr als Fassadendämmung
Andreas Rietz, Referatsleiter Nachhaltiges Bauen, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, und Iris Behr, Sprecherin der BAG Planen, Bauen, Wohnen Bündnis 90/Die Grünen sowie Vertreterin des Institut Wohnen und Umwelt GmbH, unterstrichen zu Beginn, dass noch viel Potential im Bereich der energetischen Sanierung des Baubestandes bestünde. Die von Herrn Rietz in den Vordergrund gerückte Fassadendämmung wurde von Frank Peter Hesse, Leiter des Denkmalschutzamtes der Freien und Hansestadt Hamburg, kritisch hinterfragt. Nachhaltigkeit verstünde er auch als die Bewahrung des kulturellen Erbes. (weiterlesen…)
Sie können zwischen den einzelnen Videos auswählen, indem sie auf das graue Symbol links neben dem “+”-Zeichen im Player klicken oder hier auf Youtube anschauen.
Green New Deal – Deutschland als Blaupause ökologischer Transformation Hamburg, 03. November 2011
Autor: Stephan Depping, Politologe und freier Mitarbeiter der Heinrich-Böll-Stiftung
Wie können die drei Großkrisen unserer Zeit – die ökologische Krise, die soziale Krise und die Weltwirtschaftskrise – gemeistert werden? Als Antwort auf diese Frage wurde das Konzept eines Green New Deal entwickelt. Es bringt die ökologische Transformation der Industrie zusammen mit der umfassenden Regulierung der Finanzmärkte und einem neuen sozialem Ausgleich.
Das Auftaktpodium des Kongresses Green New Deal – Die Zukunft beginnt jetzt! fragte danach, ob und wie die ökologische Transformation gegenwärtig in Unternehmen, in Gewerkschaften und in der Politik realisiert wird. Es diskutierten Dr. Martin Allespach, Leiter des Funktionsbereichs Grundsatzfragen und Gesellschaftspolitik beim Vorstand der IG Metall, Dr. Gerhard Prätorius, Leiter Koordination CSR und Nachhaltigkeit der Volkswagen AG, sowie Eveline Lemke, die in Rheinland-Pfalz grüne Ministerin für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung ist. Uwe Jean Heuser moderierte die Debatte. Er leitet das Wirtschaftsressort der ZEIT.
Der Klimawandel wartet nicht
Grundsätzlich bewerteten die Diskutant/innen die Idee eines Green New Deal positiv. Die große Stärke des Konzepts liege darin, so Gerhard Prätorius, den Ausgleich zwischen Ökonomie, Ökologie und dem Sozialen zu erzwingen. (weiterlesen…)
Kongress des Stiftungsverbunds der Heinrich-Böll-Stiftung
Do. 03.11. und Fr. 04.11.2011
Hamburg – Umwelthauptstadt Europas 2011
Programm (PDF)
Die Wirtschaft brummt wieder, aber die großen ökologischen und sozialen Fragen bleiben ungelöst: der Klimawandel, die Verknappung natürlicher Ressourcen, die zunehmende Spaltung der Gesellschaft. Die Idee eines „Green New Deal“ gibt eine Antwort auf diese Herausforderungen.
Der Handlungsdruck ist umso größer als Milliarden von Millionen Menschen in Asien, Lateinamerika und Afrika das westliche Wohlstandsniveau anstreben. Wenn wir Wohlstand für alle – in Deutschland wie global – ermöglichen wollen, müssen wir die Industriegesellschaft umbauen und unseren Lebensstil ändern. Wir brauchen eine nachhaltige Form des Wirtschaftens: einen neuen Gesellschaftsvertrag, einen Green New Deal für eine zukunftsfähige Gesellschaft.
Green New Deal, das heißt:
Die Ablösung fossiler Brennstoffe wie Öl und Kohle durch erneuerbare Energien, den effizienten Umgang mit knappen Ressourcen und den breiten Einsatz umweltfreundlicher Technologien.
Den Umbau der öffentlichen Infrastruktur, massive Investitionen in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und der Stromnetze.
Bildungsoffensive mit mehr Geld und Qualität für Kindergärten, Schulen und Hochschulen. Bildung ist der Schlüssel für sozialen Aufstieg, gesellschaftliche Teilhabe und Chancengerechtigkeit.
Die Übergänge vom Alten zum Neuen sozial abfedern. Der ökologische Umbau wird Millionen neuer Jobs schaffen. Schon heute arbeiten in Deutschland allein im Bereich der erneuerbaren Energien rund 340.000 Menschen. Eine soziale Grundsicherung für alle sichert ein Leben ohne Armut.
Für diesen Umbau werden alle gebraucht: Unternehmer mit ihrem Know-How und ihrer Finanzkraft; Wissenschaftlerinnen, die neue Technologien entwickeln; Politikerinnen und Politiker, die den Wandel gestalten. Jede und jeder einzelne ist gefragt: Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen, die Anti-Atom-Bewegung und Bürgerinitiativen.
Es geht um nicht weniger als eine industrielle und gesellschaftliche Revolution. Der Green New Deal zeigt: Es gibt bessere Alternativen.
Green New Deal bedeutet: Wir resignieren nicht vor großen Herausforderungen, sondern brechen in neue Zeiten auf!
Conference Report
Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin, Germany
Friday, May 28 and Saturday, May 29, 2010
During the two-day international conference ‘‘The Great Transformation – Greening the Economy,’’ 400 international guests discussed how to achieve a comprehensive transformation of our societies into ‘‘Low Carbon Societies,’’ and the ecological remodeling of industrial society.
In order to attain this goal, all relevant aspects of modern societies must be analyzed, and this conference focused on three main questions: what ‘‘Smart Policies,’’ or frameworks and instruments are necessary to reach carbon emissions targets; what ‘‘Smart Technologies’’ are being developed that will help cut emissions and curb our reliance on fossil fuels; and what alliances and key actors must cooperate to achieve this transformation.
Although the conference took place at the Heinrich-Böll-Stiftung’s headquarters, it was a joint collaboration of several partner institutions: The main partners were the Center for American Progress in Washington, D.C. and the German foundation Stiftung Mercator. Over three hundred international guests attended the conference, and there was a live audience following the conference through Twitter and an online feed. Bloggers also posted on the conference simultaneously. In addition to the larger panels for the entire audience, there were smaller breakout forums focused on more detailed aspects of the transformation.
The speakers at the conference represented a healthy variety of backgrounds and perspectives. There was substantial participation from various government officials, including German parliamentarians, the Spanish State Secretary for Climate Change, and an expert from the European Commission. Further perspectives and assessments came from experts from a variety of civil society and labor organizations as well as think tanks worldwide. These perspectives were rounded out by representatives from the private sectors, with speakers from companies such as BMW, Daimler and Areva. (weiterlesen…)
Conference Documentation ”The Great Transformation - Greening The Economy”
May, 28-29th 2010
Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
Audio and Video recordings of the conference are provided for downloading below. The links to audio files and video streams can be found in the conference agenda. A complete set of audio files can be downloaded here. Please be aware that the conference was bilingual, therefore some of the recordings are (partly) in German.
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