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Stuttgarter Zeitung: Kretschmann und Zetsche ziehen am gleichen Strang

13. Dezember 2012, Comments (0)

Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg Winfried Kretschmann und Daimler Vorstand Dieter Zetsche diskutierten auf der Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung im „Ländle“ zur Zukunft des Automobilstandorts Baden-Württemberg. Die wichtigste Nachricht: Beide stehen in einem regelmäßigen und vertrauensvollen Austausch miteinander. Kretschmanns Politik zielt darauf ab, das Auto so ökologisch wie möglich zu gestalten. Seine Aufgabe ist, dafür die Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Autos bauen, dass ist Kerngeschäft der Industrie.

Artikel: Kretschmann und Zetsche ziehen am gleichen Strang

 

Dokumentation zum Symposium „Zukunft der Automobilindustrie in Baden-Württemberg“ – Zetsche und Kretschmann im Gespräch

12. Dezember 2012, Comments (0)

Am 6. Dezember luden die Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg und die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart zur Diskussion über die Zukunft der Automobilindustrie in Baden-Württemberg. Zum Abschluss der Veranstaltung diskutierten Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Dr. Dieter Zetsche erstmals öffentlich miteinander.

Ein Videomitschnitt der Veranstaltung, Fotos und Online-Berichterstattung finden sich auf der Seite der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg.

Winfried Kretschmann und Dr. Dieter Zetsche im Gespräch

Tacheles: Kretschmann trifft Zetsche – Automobilstandort Baden-Württemberg

27. November 2012, Comments (0)

Do, 6. Dezember, 20.30h, Stuttgart

Tacheles: Automobilstandort Baden-Württemberg

Für Baden-Württemberg gilt ein besonderer Innovationsdruck: Der Automobilsektor ist der wichtigste Industriezweig der Region, von dem zahlreiche Arbeitsplätze abhängen. Die Zulieferindustrie ist besonders stark auf den Verbrennungsmotor ausgerichtet.
Winfried Kretschmann rief in seiner ersten Regierungserklärung eine „neue Gründerzeit“ aus, deren Impulse von Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit sowie Energie- und Ressourceneffizienz ausgehen. So soll eine neue und tragfähige Basis für Wirtschaft und Industrie mit zukunftsfähigen Arbeitsplätzen entstehen.

Mit welchen Strategien und Innovationen kann die Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandortes Baden-Württemberg – und damit Arbeitsplätze – gesichert werden?

Inwieweit kann und sollte die hiesige Automobilindustrie – als Hersteller von Premium- und Luxusautos – ökologisch umgebaut werden? Was kann die Automobilindustrie zu einer umweltorientierten Mobilität beitragen?

Welche politischen Steuerungsmittel gibt es, und wie kann eine Politik aussehen, die die Branche bei der ökologischen Transformation unterstützt? Welche Weichen kann die Landesregierung stellen?

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg
Dr. Dieter Zetsche, Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG, Leiter Mercedes-Benz Cars

Moderation:
Prof. Stephan Ferdinand, Direktor, Institut für Moderation (imo), Hochschule der Medien, Stuttgart
ca. 21.30 Uhr   Ende der Veranstaltung

Landesmesse Stuttgart, VIP Lounge
Eingang Ost im 1. Stock (Atrium), 70629 Stuttgart
ÖPNV: S2 und S3 bis Flughafen / Messe

Teilnahmebeitrag
30 Euro / erm. 15 Euro

Anmeldung

 

 

Kongress: Zukunft der Automobilindstrie in Baden-Württemberg in Stuttgart

27. November 2012, Comments (0)

Die Automobilindustrie prägt Baden-Württembergs Wirtschaftsstruktur. Sie trägt maßgeblich zum Wohlstand in der Region bei und ist einer der wichtigsten Arbeitgeber. Die Branche steht vor einem tief greifenden Strukturwandel. Klimawandel, Rohstoffpreise, die Entwicklung der Märkte in den Schwellenländern, aber auch demografischer Wandel und Verstädterung stellen Hersteller und Zulieferer vor neue Herausforderungen.

Für den Automobilstandort Baden-Württemberg birgt der Strukturwandel Chancen und Risiken. Die Elektrifizierung des Antriebsstrangs führt zu einer Umverteilung von Anteilen an der Wertschöpfungskette. Gleichzeitig entstehen durch das sich wandelnde Mobilitätsverhalten insbesondere der jungen, urbanen Generation neue Geschäftsfelder. Neue Akteure mischen in den sich auftuenden Märkten mit.

Die Modernisierungsstrategien der Unternehmen heute entscheiden über die Wettbewerbsfähigkeit morgen. Sie bilden gleichzeitig eine wesentliche Voraussetzung, um ökologische Herausforderungen zu meistern und Arbeitsplätze im Land zu sichern.

Wir wollen den Dialog zwischen der Automobil- und Zulieferindustrie, Wissenschaft, Verbänden sowie grüner Politik stärken und ihn für die Zukunft der Branche in Baden-Württemberg fruchtbar machen.

Programm

Landesmesse Stuttgart, VIP Lounge
Eingang Ost im 1. Stock (Atrium), 70629 Stuttgart
ÖPNV: S2 und S3 bis Flughafen / Messe

Teilnahmebeitrag
50 € / erm. 25 € (inkl. Verpflegung)
Nur abends (ab 19 Uhr): 30 Euro / erm. 15 Euro

Anmeldung

Leitung
Henrike Narr, Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg e.V.
Holger Haas, Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS).

Bericht: Die Wirtschaft wird grün, eine Bildungsreise durch Bayern und Baden-Württemberg

19. September 2011, Comments (0)

Eine Bildungsreise der Petra-Kelly-Stiftung in Kooperation mit dem GRIBS-Bildungswerk e.V. und der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg besuchte Ende August/ Anfang September Orte und Unternehmen, die bereits heute beispielhaft für eine Umsetzung des Green New Deal stehen. „Die Wirtschaft wird grün!“ – Dass das Motto der Bildungsreise keineswegs ein visionäres Postulat, sondern vielerorts konkrete Realität ist, das zeigten die Besuche bei Unternehmen und Projekten aus verschiedensten Wirtschaftsbereichen sehr anschaulich. Besucht wurden u.a. das Öko-Kloster Plankstetten, die Rapunzel GmbH, die Brauerei Härle in Leutkirch, die Nürnberger Umweltbank und das Projekt Car2go in Ulm.

Ein Bericht zur Reise ist auf den Seiten der Petra-Kelly-Stiftung erschienen.

Stuttgart: Wohlstand ohne Wachstum?

10. Mai 2011, Comments (0)

Eine Debatte mit Tim Jackson und Gerhard Schick


Do, 19. Mai, 19 Uhr
Literaturhaus, Breitscheidstr. 4, Stuttgart

1972 sorgte die Studie des Club of Rome zu den „Grenzen des Wachstums“ für Aufruhr.

Bis heute basieren aber Sozialstaat, Wohlstand und Fortschritt auf Wachstum. Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz war die „alternativlose“ Antwort der Bundesregierung auf die schwerste Finanz- und Wirtschaftskrise seit 80 Jahren.

Und doch hat gerade die Krise Zweifel verstärkt, Fukushima gibt neuen Nachdruck und die Proteste um Stuttgart 21 lassen es anklingen: Ist es nicht gerade dieser Wachstumszwang, der die Grundlagen von Wohlstand gefährdet?

Wir diskutieren:

  • Gibt es grünes Wachstum?
  • Was bedeutet Wohlstand ohne Wachstum?
  • Wie leben wir, wie produzieren wir, wie konsumieren wir?

Die Debatte wird in englischer und deutscher Sprache geführt, Simultanübersetzung wird angeboten.

Tim Jackson
studierte Mathematik, Philosophie und Physik und kam erst über die Umweltbewegung zur Volkswirtschaft. Er ist Professor an der University of Surrey/UK. Sein international beachtetes Buch „Wohlstand ohne Wachstum“ erschien eben in deutscher Übersetzung, herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung.

Es kommentiert:
Gerhard Schick, MdB, finanzpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Gesprächsleitung:
Annette Goerlich, Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg

Interview mit Tim Jackson auf Youtube

Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung (Bundesstiftung) und dem British Council.

Auf Einladung des British Council führen Michael Hahn und Simon Straetker vor der Debatte ein Interview mit Tim Jackson. Der 21-jährige Michael Hahn, Jurastudent in Freiburg, nahm 2010 als „British Council Climate Champion“ an einer Fachkonferenz für Wissenschaftsautoren in Kanada teil. Gymnasiast Simon Straetker (17) aus Löffingen beteiligte sich gleichfalls 2010 als „Global Changemaker“ an einer Förderinitiative des British Council, die junge Aktivisten international bei der Umsetzung gemeinnütziger Projekte unterstützt.

Tübingen: Ökosoziale Studientage. Ideenwerkstatt für eine Zukunftsfähige Gesellschaft

8. Mai 2011, Comments (0)

12. – 14. Mai
Universität Tübingen

Unser gegenwärtiges Gesellschaftsmodell hat sich sowohl in ökologischer als auch ökonomischer Hinsicht als nicht zukunftsfähig erwiesen: Schwindende Ressourcen, Klimawandel und Artensterben, sowie die steigende Staatsverschuldung, Finanzkrisen und der ungebrochene Anstieg sozialer Ungleichheit führen uns deutlich vor Augen, dass ein Umsteuern dringend notwendig ist.

Doch diese Herausforderungen bringen auch neue Chancen und Potentiale mit sich, die jedoch nur mit Hilfe der jungen Generation realisiert werden können. Mit einem bewussteren Umgang im eigenen Konsum und Verhalten, einer neuen Definition von Wohlstand und persönlichem Glück, einer stärkeren Partizipation in Politik oder am Arbeitsplatz und dem allgemeinen Interesse für den „Blick über den Tellerrand“ können wir den Weg in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung einschlagen.

Mit der Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung stellen auch die Vereinten Nationen die junge Generation in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Wandels. Die Ökosozialen Studientage an der Uni Tübingen stehen unter dieser Initiative und öffnen Euch eine Ideenwerkstatt für eine zukunftsfähige Gesellschaft. Diese Studientage bieten Euch eine Plattform zur Information über ökologische und soziale Reformkonzepte und zur Diskussion ganz konkreter politischer Ansätze. Im interdisziplinären Dialog sollen Empfehlungen für das eigene Handeln und an die Politik entwickelt werden. Außerdem sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie und wo Ihr selbst aktiv werden könnt.

Programm:

Do, 12. Mai
20 Uhr, Schlosscafe Tübingen
Film: Die 4. Revolution – Energy Autonomy

Fr, 13. Mai
17 – 19 Uhr, Uni Tübingen, Kupferbau, HS 22
Auftaktveranstaltung mit den Keynote-Speakern
Anselm Görres (FÖS): Die konkreteste Utopie unserer Zeit: Eine grünere und gerechtere Marktwirtschaft
Thomas Jorberg (GLS Bank): Menschen in den Mittelpunkt – Sozial-ökologisches Wirtschaften aus Sicht eines Unternehmer

im Anschluss gemütlicher Ausklang mit einem Markt der Möglichkeiten

Sa, 14. Mai
9.30 – 15 Uhr, Uni Tübingen, Alte Archäologie

Workshops zu den Themen:

  • Zukunftsfähiges Wirtschaften – Wie gelingt ein Green New Deal?
  • Elektromobilität – Eine Lösung für nachhaltigen Verkehr oder Technologie-Hype?
  • Herausforderungen in der Entwicklungszusammenarbeit: Klimawandel und Migration
  • 100% erneuerbare Energien – Potentiale, Risiken und Herausforderungen an Gesellschaft und Politik
  • Die Grenzen des Wachstums – Ideen für alternative Wachstumskonzepte
    Kritischer Konsum?! Vom Wissen zum Handeln – ein psychologischer Ansatz

15 Uhr: Abschlussreferat mit
F.J. Rademacher (Club of Rome): Welt mit Zukunft – die ökosoziale Perspektive

Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg in Kooperation mit

Global Marshall Plan, Lokalgruppe Tübingen
Studierendeninitiative Universität Tübingen
oikos Tübingen (students for sustainable economics and management)
FÖS, forum ökologisch-soziale Marktwirtschaft

Die Teilnahme ist kostenlos.
Wir empfehlen eine Anmeldung für die Workshops, da hier die TN-Zahlen begrenzt sind.

Weitere Infos gibt es unter www.hochschultage.org/tuebingen

Zukunftsfelder Greentech im Maschinen- und Anlagenbau in Baden-Württemberg

18. Februar 2011, Comments (0)

Mo, 28. Februar 2011, 18 – 20 Uhr
Reutlingen; Umweltbildungszentrum Listhof

Anfahrt: Friedrich-List-Hof 1, an der L 383 Richtung Gönningen; Bus Linie 5 Richtung Gönningen, Haltestelle Roßwasen (ca. 500 m bis zum Listhof).

Energie- und Ressourceneffizienz von Produkten und im Produktionsprozess gewinnen zunehmend an Bedeutung. Energie- und Ressourceneffizienz, erneuerbare Energien, nachhaltige Mobilität, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Wasserwirtschaft sind Schlüsselbegriffe. Für entsprechende neue Technologien ist der Maschinen- und Anlagenbau ein zentrales Innovationszentrum der industriellen Produktion. Wie positioniert sich diese für Baden-Württemberg so wichtige Branche?

Umwelt- und Klimaschutz bestimmen maßgeblich die Zukunftsmärkte und damit die Wettbewerbsfähigkeit. Wie richten sich Unternehmen darauf ein?

Nachhaltige Unternehmensführung etabliert sich immer mehr zu einer Schlüsselkompetenz in Unternehmen. Wie kommen Hochschulen diesen Anforderungen nach?

Energieproduktivität konnte seit Anfang der 1990er Jahre um 20 % gesteigert werden. Um das Ziel einer Verdoppelung bis 2020 zu erreichen, sind jedoch weitere Anstrengungen nötig. Welche politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen braucht ein nachhaltiger Umbau der industriellen Produktion?

Potenziale von Greentech für den Maschinenbau. Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Elektromobilität als Chance und Herausforderung.
Dr. Jürgen Dispan, IMU Institut Stuttgart, Autor der Studie „Greentech im Maschinen- und Anlagenbau Baden-Württembergs“

Greentech-Produkte – Engagement und Leistung aufgezeigt am Beispiel der Bosch-Gruppe
Bernhard Schwager, Leiter der Geschäftsstelle Nachhaltigkeit bei Bosch, Stuttgart

Management-Herausforderung: Ressourceneffizienz
Prof. Dr. Mario Schmidt, Professor für ökologische Unternehmensführung an der Hochschule Pforzheim

Rahmenbedingungen und politische Steuerungsmöglichkeiten
Thomas Poreski, Landtagskandidat Bündnis 90/Die Grünen, Reutlingen

Gesprächsleitung
Annette Goerlich, Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg e.V.

Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg e.V.

Video: Gemeingüter als Antwort auf die Krise? Das Beispiel Landwirtschaft

7. Juli 2010, Comments (1)

Die Krise der Ökonomie, der Ökologie und der Gerechtigkeit verlangt einen Systemwechsel. Während die Regierung Zeit und Geld verschwendet, keimen an vielen Orten Ansätze für die Umorientierung zu einem ökologisch-sozialen Wirtschaften. Es ist kein Zufall, dass der Wirtschaftsnobelpreis 2009 Elinor Ostrom verliehen wurde, der Vordenkerin der Gemeingüter-Ökonomie.

Die Krisen schärfen das Bewusstsein für die Existenz und die Bedeutung von Gemeingütern: materielle, natürliche Ressourcen ebenso wie immaterielle, intellektuelle Ressourcen, die als Gemeinschaftsbesitz Grundlage unseres Wohlstandes sind.

Rund 60 Prozent der Erdoberfläche und damit ein Großteil aller natürlichen Gemeingüter werden von Land- und ForstwirtInnen genutzt und verwaltet. Klima, biologische Vielfalt, Boden-, Wasser- und Lebensmittelqualität, der Erhalt von Kulturlandschaft hängt von ihnen ab. Ernährungskrise und Klimawandel, Patentierung von Saatgut und DNA und Privatisierung wissenschaftlicher Erkenntnisse zeigen die zentrale Rolle von Land- und Forstwirtschaft beim Schutz von Gemeingütern.

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Ein Green New Deal in den USA? Obama, Emissionshandelssysteme und die Ölpest

21. Juni 2010, Comments (0)

Tübingen (17.06.2010)

Die USA sind weltweit nach China der zweitgrößte Emittent von Treibhausgasen. Beim CO2-Ausstoß pro Kopf bewegen sie sich immerhin noch auf Platz 5 – direkt hinter den Ölförderländern am Persischen Golf. Seit 1990 ist der Ausstoß von Treibhausgasen in den USA um über 15% gestiegen. Welche Rolle spielen die USA bei internationalen Klimaverhandlungen? Wie wird Klimapolitik auf nationaler Ebene gemacht, und was sind die Spielräume für klimapolitisches Handeln auf der regionalen und lokalen Ebene? Wie hat sich der Regierungswechsel zu Präsident Obama auf die US-Klimapolitik ausgewirkt? Und was bedeutet die Ölkatastrophe am Golf von Mexiko für Obama und seine Pläne für eine Stärkung erneuerbarer Energien in den USA?
In einem spannenden Vortrag und bei der anschließenden intensiven Diskussion ging Miranda Schreurs, Professorin für Vergleichende Politikwissenschaft und Leiterin der Forschungsstelle für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin, der Frage nach einem Green New Deal in den USA nach.

Von Kyoto über Kopenhagen nach Cancún
Prof. Schreurs erinnerte daran, dass die USA die internationalen Klimaverhandlungen um das Kyoto-Protokoll in den 90er Jahren zunächst konstruktiv mitgetragen und das Protokoll auch unterzeichnet hätten. Der Senat, der in den USA alle internationalen Abkommen mit Zwei-Drittel-Mehrheit ratifizieren muss, verweigerte jedoch seine Unterschrift – er kritisierte, dass das Abkommen nur für Industrieländer, nicht aber für Schwellenländer bindende Reduktionspflichten vorsehe. Diese Haltung vertrat auch George W. Bush, der 2001 verkündete, dass Kyoto-Protokoll sei in seiner aktuellen Form „tot“.
An die Wahl Obamas sind daher Hoffnungen an eine neue Verbindlichkeit in der internationalen Klimapolitik geknüpft worden. Der Klimagipfel von Kopenhagen hat jedoch den erhofften Durchbruch nicht gebracht. Die USA boten 17% Reduktion bis 2020 an – allerdings gemessen an den Emissionswerten von 2005, die seit 1990 stark gestiegen sind. Die Staaten konnten sich nicht auf verbindliche Reduktionsziele einigen. Umweltschützer sprechen daher von ‚Flop’enhagen. Bei ihrer Prognose für den Folgegipfel in Cancún blieb Miranda Schreurs vorsichtig: Auch hier bleibe Präsident Obama von einer Ratifizierung durch den Senat abhängig. Daher sei zweifelhaft, ob in Mexiko ein Durchbruch erreicht werden könne.

Vorreiter auf lokaler und regionaler Ebene
Auch auf nationaler Ebene ging der Klimaschutz eher zögerlich voran. Die wichtigste Umweltbehörde in den USA, die Environmental Protection Agency (EPA), verlor unter Präsident Bush an Bedeutung, viele wichtige Entscheidungen wurden z.B. vom Energieministerium bearbeitet. Im Gegenzug sind jedoch auf lokaler und regionaler Ebene zahlreiche Initiativen vorangetrieben worden. So gibt es inzwischen beispielsweise regionale Treibhausgas-Handelssysteme verschiedener Bundesstaaten. Die „Western Climate Initative“, an der u.a. Kalifornien, Oregon, Washington sowie einige kanadische Bundesstaaten teilnehmen, ist sogar umfassender als der europäische Emissionshandel, da auch Emissionen aus Verkehr und privatem Verbrauch einbezogen werden. Das „Manitoba and Midwest States Cap and Trade-System“ sieht neben Emissionshandel 30% erneuerbare Energien bis 2030 vor. Vorreiter unter den Bundesstaaten ist Kalifornien, das bis 2020 Emissionen auf das Niveau von 1990 senken will.

Hoffnungsträger Obama
Nach dem Durchhänger für Klimapolitik unter Bush knüpften sich an die Wahl Barack Obamas zahlreiche Hoffnungen für eine Intensivierung der Klimaschutzbemühungen durch das Weiße Haus. In der Tat spielen ökologische Initiativen eine wichtige Rolle in dem Konjunkturprogramm (American Recovery and Reinvestment Act), das 2009 unter Obama verabschiedet wurde. Es sieht unter anderem mehrstellige Milliardenbeträge für Investitionen und Steueranreize in den Bereichen Energie und Transportwesen vor. Miranda Schreurs stellte jedoch fest, dass das Thema Umwelt – angesichts der Anstrengungen zur Reform des Gesundheitswesens – für Obama offensichtlich in den ersten Monaten seiner Amtszeit nicht oben auf der Prioritätenliste gestanden habe.

Klima-Initativen in Repräsentantenhaus und Senat
Auch im Kongress ist die Klimapolitik unter Obama in Schwung gekommen. 2009 nahmen die Abgeordneten des Repräsentantenhauses ein durch die Abgeordneten Waxman und Markey eingebrachtes Klima- und Energiegesetz an. Es sieht unter anderem ein ambitioniertes Emissionshandelssystem vor. Im Senat, der dem Gesetz ebenfalls zustimmen muss, haben die Senatoren Kerry und Lieberman einen eigenen Entwurf veröffentlicht. Eine Mehrheit ist ungewiss, da hierfür Stimmen der Republikaner notwendig wären; der republikanische Senator Graham, der zunächst beteiligt war, hat sich jedoch aus dem Prozess zurückgezogen. Im November stehen zudem Midterm-Wahlen im Kongress an, bei denen erfahrungsgemäß die regierende Partei Sitze im Repräsentantenhaus und im Senat verliert; dies würde ein positives Abstimmungsergebnis deutlich erschweren.

Ein Joker für Obama?
Sollte ein Klimagesetz im Kongress scheitern, könnte Obama stattdessen den Weg über Verordnungen wählen. 2007 sprach der Oberste Gerichtshof der USA in einem Verfahren der US-Umweltbehörde EPA das Recht zu, den Ausstoß von Treibhausgasen per Verordnung zu regulieren. In der Folge stufte die EPA sechs Treibhausgase, darunter CO2, als gesundheitsschädlich ein und erklärte eine Regulierung von Emissionen für notwendig. Dies ermöglicht es Obama, notfalls auch ohne Zustimmung des US-Kongresses Klimaschutzgesetze zu erlassen. Auch wenn – so die Einschätzung von Prof. Schreurs – Präsident Obama diesen Weg wahrscheinlich nicht wählen werde, da er auf diese Weise wohl auch Teile der Demokraten gegen sich aufbringen würde, hat er damit immerhin ein Druckmittel gegenüber dem Kongress in der Hand.

Obama und die Ölkrise
Anfang des Jahres hatte Obama sich in seiner Rede zur Lage der Nation noch für mehr Offshore-Drilling ausgesprochen. Mit der Ölkrise im Golf von Mexiko sind weitere Tiefsee-Bohrungen keine reale Option mehr. Prof. Schreurs sieht zwei Möglichkeiten, wie sich die Umweltkatastrophe innenpolitisch auswirken könnte: Einerseits könnte von der Ölpest ein neuer Impuls für die Förderung erneuerbarer Energien ausgehen, wie Obama dies in seiner Rede aus dem Oval Office ausgemalt hat. Andererseits war die Förderung von Tiefseebohrungen immer ein wichtiges Element, um zumindest einige Republikaner für Klimagesetze zu gewinnen; mit dem Wegfall dieser Option ist ein Kompromiss nun schwieriger zu erreichen. Frau Schreurs stellte aber fest: „Ich möchte an die erste Version glauben.“

Ein Artikel von Henrike Thies

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem d.a.i. Tübingen statt.

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