Berlin « Green New Deal

Wege zu einem Green New Deal der Städte

20. September 2010, Comments (0)

Berlin, 17. September 2010

Der weltweite Energiebedarf steigt. Die Mehrheit der Weltbevölkerung lebt in Städten, womit diese die größten CO2-Emittenten darstellen. Städte stehen vor der Herausforderung, die Bedürfnisse nach Energie und Mobilität zu sichern und gleichzeitig für eine möglichst hohe Lebensqualität Sorge zu tragen. Um die richtigen Antworten und Strategien zu entwickeln, sind Städte auch Experimentierfelder. Die technischen Innovationen sind ein Schlüssel, diesen Herausforderungen zu begegnen.

Die technische Entwicklung sind die Beschäftigungspotenziale der Zukunft in Deutschland. Eine besondere Bedeutung kommt Berlin zu, dass bereits ca. 40.000 Jobs im Bereich der Green Economy hat. Die hervorragenden Rahmenbedingen mit zahlreichen Institutionen aus Wissenschaft und Forschung bieten die Chance, ein Kompetenzzentrum für grüne Technologien in Deutschland und Europa zu werden. Damit ebenfalls verbunden ist, wieder eine nennenswerte neue Industriestruktur aufzubauen und den Anteil von zum Teil prekären Jobs im Dienstleistungssektor zu verringern. Ramona Pop, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Abgeordnetenhaus, erwartet eine Zunahme an qualifizierten Arbeitsplätzen. Sie mahnt den zunehmenden Fachkräftemangel in Berlin und Brandenburg an. Da für gut ausgebildete Hochschulabsolvent_innen derzeit keine Jobangebote bestehen, wandern diese ab und gehen der Region verloren. Für die neuen Jobs der Green Economy müssen sich auch die Ausbildungsangebote verändern und anpassen. (more…)

Neue Mobilitätskonzepte für die Stadt

20. September 2010, Comments (0)

Berlin, 17. September 2010

Die Entwicklung neuer Mobilitätskonzepte ist für den Klimaschutz, für eine erhöhte Lebensqualität sowie für die Daseinsvorsorge unumgänglich, wie Claudia Hämmerling, verkehrspolitische Sprecherin von Bündnis 90/ Die Grünen, einleitend erklärt. Der Straßenverkehr hat sich in Berlin seit 1990 um 30% erhöht. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, ist neben einer Verhaltensänderung aller Verkehrsteilnehmer_innen das Einsetzen neuer Konzepte notwendig.

Andreas Leo, Pressesprecher des Daimler-Projekts Car2Go, stellt das neue Car2Go-Projekt von Daimler als Weiterentwicklung von Carsharing vor. Daimlers Kerngeschäft bleibt zwar weiterhin der Autoverkauf, mit diesem neuen Geschäftsmodell allerdings geht Daimler auf die heutigen Trends in der Gesellschaft ein. Aufgrund der Urbanisierung, der Marktveränderung (das eigene Auto als Statussymbol verliert an Bedeutung) und der zunehmenden Einschränkungen bezüglich des motorisierten Individualverkehrs in den Innenstädten, steigt der Bedarf an alternativen Transportmitteln. Besonders an der neuen Carsharing-Variante, die Daimler bietet, sei die hohe Flexibilität. Anstatt an festen Stationen können die Fahrzeuge in der gesamten Stadt abgestellt werden; es sind keine Reservierungen nötig und Oneway-Fahrten sind möglich. Das Projekt wurde in Ulm sowie in Austin, Texas, USA, realisiert und weise in beiden Städten hohe Kundenzufriedenheit auf. Aktuell werden weitere Gespräche mit Städten in Europa und Nordamerika geführt.

Sarah Rubinstein von Dixon Jones Architekten, Leiterin des Exhibition Road-Projekt in London, stellt das Shared Space Projekt in der Exhibition Road in London vor. Aufgrund der Lage der Straße inmitten wichtiger Museen und anderer Institutionen mit hohem Fußgängeraufkommen stellte die gewöhnliche Straßenaufteilung große Probleme dar, da die Fußwege verhältnismäßig klein und die stark befahrene Fahrbahn schwer zu überqueren war. Durch einen neuen Straßenbelag und die Verlegung des motorisierten Verkehrs auf nur eine Hälfte der Straße werde eindeutig den Fußgängern mehr Bedeutung zugeschrieben. Von den Autofahrern wird erhöhte Aufmerksamkeit und Rücksicht abverlangt. Eine Shared Space Zone in der Londoner Innenstadt einzurichten, bedurfte zwar vieler Diskussionen, stelle sich aber inzwischen als sehr erfolgreiches und gelungenes Projekt dar.

Dr. Reinhard Loske, Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa in Bremen, fordert bei der Entwicklung neuer Mobilitätskonzepte, alle Nachteile der heutigen Mobilität zu berücksichtigen und sich nicht nur auf einzelne Probleme zu beschränken. So beheben zum Beispiel Elektroautos zwar das Problem des Ressourcenverbrauchs, nicht aber das des Flächenverbrauchs. Weiterhin benennt er diverse Maßnahmen, die in Bremen unter dem Leitbild ‚Bremen 2020‘ umgesetzt werden sollen. Dies seien die Steigerung und Verbesserung des Rad- und Fußverkehrs, der Ausbau und die Optimierung des ÖPNV, die Förderung alternativer Transportmittel sowie die Privilegierung einzelner Verkehrsträger.

In der abschließenden Podiumsdiskussion betont Prof. Dr. Barbara Lenz, Leiterin des Instituts für Verkehrsforschung an der FU-Berlin, dass es nicht die eine große Idee für die Verbesserung der aktuellen Verkehrssituation gibt, sondern dass diese aus vielen kleinen Bausteinen bestehe; Bausteine wie die zuvor genannten Konzepte. Um das Auto allerdings komplett aus der Stadt zu verbannen, müssen wir noch innovativer und mutiger an neue Konzepte herangehen.

Ein Artikel von Meike Hartmuth

Die Diskussion fand im Rahmen der internationalen Konferenz „Greening the City- Strategien für einen Green New Deal der Städte“ statt.

Strategien für urbanen Klimaschutz

20. September 2010, Comments (0)

Berlin, 17. September 2010

Anja Hajduk, Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt in Hamburg, äußert ihre Freude darüber, dass Hamburg den Titel Europäische Umwelthauptstadt verliehen bekommen hat. Mit diesem Titel sei jedoch eine große Verantwortung verknüpft. Zwar sei der CO2-Ausstoß mit knapp 10 t pro Kopf geringer als in anderen deutschen Großstädten, doch läge dieser noch oberhalb von anderen Städten wie beispielsweise Stockholm. Sie weist auf die ehrgeizigen Klimaziele des Hamburger Senats hin, nämlich das verbindliche CO2-Reduktionsziel von 40 % bis 2020 und mindestens 80 % bis 2050. Hajduk stellt einige innovative Projekte vor, so zum Beispiel den Energieberg und den Energiebunker im Rahmen der IBA Hamburg sowie das neu gegründete Stadtwerk Hamburg Energie. Der Masterplan Klimaschutz des Senats soll im Oktober 2010 verabschiedet werden und umfasst unter anderem die Themen Mobilität und energetische Gebäudesanierung.

Dr. Fritz Reussig vom Potsdam-Institut für Klimaforschung bewertet den Klimadiskurs der letzten Jahre positiv. Er bezeichnet die Städte global sowohl als Opfer, beispielsweise durch Überflutungen wie in New Orleans, als auch als Täter, da sie das meiste CO2 emittieren. Er weist darauf hin, dass Städte von anderen Städten lernen sollten, vor allem was Möglichkeiten betrifft, den CO2-Fußabdruck zu verkleinern. Auch über Lebensstile müsse man reden, da erst Lebensstile und Technologien zusammen das Emissionsniveau ergäben. Als Beispiel nennt er die als Null-Emissions-Stadt geplante Universitätsstadt Masdar in den VAE. Dort würden Bewohner mit einem Handbuch für das Leben in der Stadt instruiert. Er bringt Emissionshandel zwischen Lebensstilgruppen als Idee ins Spiel und verweist auf die Kraft positiver Beispiele wie die Disko, die Strom erzeugt.

Fabian Tacke, Vorstand der KlimaGut Immobilien AG in Berlin, legt das Hauptaugenmerk auf die Thematik der Gebäude innerhalb der Städte, da sie 40 % der CO2-Emission ausmachten. In diesem Kontext nannte er die Diskussion über Energiesparlampen einen Nebenkriegsschauplatz. Er formulierte das langfristige Ziel, hier die CO2-Emission zu 100 % zu reduzieren. Die Kosten für die energetische Gebäudesanierungen seien nicht wesentlich höher als bei „normalen“ Sanierungen. Die Kaltmiete in den sanierten Gebäuden würde für die Mieter steigen, die Nebenkosten würden sinken. Insgesamt rechnet er jedoch mit einem Anstieg der Gesamtmiete um ca. 25 %. Oft reichten schon einfache Maßnahmen, und große Einsparungseffekte zu erzielen. Weiter schlug er vor, auf institutioneller Ebene Fördermaßnahmen zu beschließen, die die Erreichung des 100%-Ziels weiter flankieren, und die Gebäudesanierung in den Emissionshandel mit einzubeziehen.

In der nachfolgenden Diskussion wird insbesondere auf den (scheinbaren) Wiederspruch aus Sozialverträglichkeit und Klimaschutz aufmerksam gemacht. Anja Hajduk und Franz Schulz, Bezirksbürgermeister und Leiter der Abteilung Stadtentwicklung von Friedrichshain-Kreuzberg, machen deutlich, dass die von Fabian Tacke eingebrachte Zahl von 25 % Aufschlag auf die Gesamtmiete sozial unverträglich seien. Die von Franz Schulz eingebrachte Mieterhöhung bei städtischen Wohnungsbaugesellschaften von 50 Cent/m2 wird hingegen als akzeptabel angesehen. Anja Hajduk moniert, dass die soziale Frage nicht als „Totschlagargument“ gegen die energetische Gebäudesanierung eingesetzt werden dürfe. Franz Schulz warf zudem die Frage auf, warum Wärmegewinnung aus Abwasser nicht möglich sei. Hajduk nennt die dezentrale Energieerzeugung, Fernwärme aus regenerativen Energien und die Veränderung des Verkehrsverhaltens als entscheidende Stellschrauben für wirksamen städtischen Klimaschutz.
Bei der die Diskussion abschließenden Befragung des Publikums wird gefordert, die Bevölkerung mit der Wahrheit zu konfrontieren und Fakten zu liefern. Eine Klimapolitik ohne soziale Abfederung sei nicht wünschenswert. Damit der Lebensstil der urbanen Bevölkerung sich ändere, müsse sie mitgenommen werden auf dem Weg hin in die völlige Abkehr von fossilen Energieträgern.

Ein Artikel von Oliver Heil

Die Diskussion fand im Rahmen der internationalen Konferenz „Greening the City- Strategien für einen Green New Deal der Städte“ statt.

Von der Vision zur Realität – Stadt nachhaltig planen und bauen

20. September 2010, Comments (0)

Berlin, 17. September 2010

Kees Kaan, Amsterdamer Architekt und Urbanist, erläutert Wege, die Potenziale von Städten klimagerecht und nachhaltig zu nutzen. Am Beispiel der Städte Amsterdam, Rotterdam und Frankfurt verdeutlicht er, welche Folgen die Ausdehnung der Städte, der demographische Wandel, die Veränderung der Wohnvorstellungen haben. Nicht nur die Nutzung von Gebäuden und des öffentlichen Raums, auch die Vorstellungen von Stadtentwicklung und Urbanität müssen, seiner Meinung nach, grundlegend überdacht werden. Dabei gilt es für Flächen und Gebäuden zusätzliche Nutzungen zu ermöglichen, um somit Bausubstanz und Freiraum sinnvoll (aus-)zunutzen. Jede Stadt steht dabei vor der Herausforderung, den eigenen Weg zur Dichte zu finden. Während in Rotterdam, aufgrund begrenzter Ausdehnungsmöglichkeiten eine hohe Dichte mit Hochhäusern erzielt wird, wird in Amsterdam eine hohe Dichte bei flacher Bebauung mit Flächenreserven im Hafenbereich erziehlt.

In El Prat de Llobregat bei Barcelona stehen die Planer vor anderen Aufgabenstellungen: die Entwicklung eines nachhaltigen und zentralen Stadtquartiers auf einer ehemaligen Gewerbefläche, welche von nationaler Verkehrsinfrastruktur (Schnellzug) durchzogen wird. Sergi Alegre, Stadtrat für Stadtentwicklung in El Prat de Llobregat, macht deutlich, dass vor allem die Beteiligung der Bürger_innen eine besondere Rolle im Planungsprozess spielt. Demnach soll sich der künftige Stadtteil und neues Zentrums der Metropolregion Barcelona durch eine dichtes ÖPNV-Netz, Fußgängerzonen, eine optimale Anbindung per Bahn und Pkw sowie durch Nutzungsmischung und eine heterogene Bevölkerungsstruktur auszeichnen. Die Nachhaltigkeit in der Bauweise und die Grünflächenplanung haben bei der Umsetzung des Masterplans für das Quartier höchste Priorität. Das Viertel wird zu über 50 Prozent aus Grünflächen bestehen und stellt damit den größten städtischen Spaniens dar.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wird deutlich, mit welchen Herausforderungen und Problemen die Visionen einer nachhaltigen Stadtentwicklung konfrontiert werden. Gaby Morr, Geschäftsführerin der Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH, betont, dass die Diskussion um eine neuen Definition von Dichte und Urbanität sowie die Möglichkeiten der optimalen Konzeption des ÖPNV von großer Bedeutung ist, in der Praxis aber oft auf die fehlende Akzeptanz von BürgerInnen und Verwaltung stößt. Ferner macht Kaan deutlich, dass die Instrumente der gegenwärtigen Stadtplanung oftmals nicht ausreichen, um nachhaltige Stadtentwicklungsprojekte voranzutreiben. Zudem sehen sich nachhaltige Projekte mit einem enormen bürokratischen Aufwand konfrontiert, der die Realisierung ökologischer Vorhaben behindert. Segri Alegre und Gaby Moor heben die Bedeutung der Bürgerbeteiligung und –aufklärung beim Planungsprozess hervor. „Eine umfangreiche und proffesionelle Kommunikation zwischen Stadt und Bürgern sowie mit privaten Akteuren für eine grüne und nachhaltige Stadtentwicklung ist notwendig.“

Ein Artikel von René Kreichauf

Die Diskussion fand im Rahmen der internationalen Konferenz „Greening the City- Strategien für einen Green New Deal der Städte“ statt.

Berlin: Greening The City – Strategien für einen Green New Deal der Städte

28. Juli 2010, Comments (1)

Internationale Konferenz
17. September 2010, 13.15 – 21:30 Uhr
Flughafen Berlin-Tempelhof, Flughafenrestaurant Airbase 1,
Platz der Luftbrücke 5, 12101 Berlin

Die Zukunft der Städte ist grün!

Denn nur durch ein konsequentes Umsteuern in Richtung nachhaltiger und integrierter Stadtpolitik sind die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen. Zunehmend wird eine „Urbane Revolution“ gefordert. Der Begriff Green New Deal steht in diesem Sinne für eine optimistische und visionäre Verbindung von Problemlösungsansätzen und neuen Modellen für eine gerechte, ökologische und lebenswerte Gesellschaft. Städte sind dabei zugleich Bühne und Labor eines neuen Gesellschaftsvertrages.

Doch welche Rolle spielen grüne Politikansätze aktuell für die Städte?

Mit der internationalen Konferenz wird eine Brücke zwischen aktuellen Strategien und Zukunftsvisionen geschlagen. Mitgliedern von Stadtregierungen, Stadtparlamenten und Experten der Stadtentwicklung sind eingeladen über den Green New Deal der Städte von heute und morgen zu diskutieren.

Angelegt als internationaler Städtevergleich fragt die Konferenz auch nach der Übertragbarkeit von Strategien auf Berlin. Die Konferenz behandelt vertiefend die Themen urbane Mobilität, Energiewende und nachhaltiger Städtebau.

Veranstaltungsort ist das Tempelhofer Flughafengelände, Berlins Raum für die Zukunftsvisionen der grünen Stadt.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der „Clean Tech World“ statt – Berlins neue internationale Technologie-Messe, die erstmals weltweit allen Umwelttechnologien an einem Ort zusammenbringt – auf 50.000qm im ehemaligen Flughafen Berlin-Tempelhof. Die TeilnehmerInnen der Konferenz erhalten für den Tag der Veranstaltung eine Freikarte für die Clean Tech World.

Im direkten Anschluss an die internationale Konferenz werden am Samstag, 18. September von 10.30 bis 16.30 die Berliner Grünen am selben Ort ihre Konzepte für ein klimafreundliches Berlin zur Diskussion stellen.

Ablauf

Anmeldung ab 13:15 Uhr

13:45 – 14:00 Uhr Begrüßung und Einführung
14:00 – 15:30 Uhr Von der Vision zur Realität – Stadt nachhaltig planen und bauen
Barcelona, Amsterdam, Berlin
16:00 – 17:30 Uhr Strategien für urbanen Klimaschutz
Hamburg, Potsdam, Berlin
18:00 – 19:30 Uhr Neue Mobilitätskonzepte für die Stadt
London, Bremen, Ulm, Berlin
20:00 – 21:30 Uhr Der Weg zu einem Green New Deal der Städte

Programm

14:00 – 15:30 Uhr Von der Vision zur Realität – Stadt nachhaltig planen und bauen
Barcelona, Amsterdam, Berlin

Die größte Herausforderung der Städte ist, ihre CO2 Emissionen zu minimieren und zugleich Raum für gesellschaftliche und wirtschaftliche Dynamik zu geben. Dabei gilt es bestehende Infrastruktur zu erneuern, beim Neubau komplett umzudenken und gesellschaftlich Integration und Urbanität zu fördern.

Die kompakte Europäische Stadt bietet viele Ansatzpunkte und versteckte Potentiale. Der energetische Umbau der Stadt kann nur in Verbindung mit einer Stadtentwicklungspolitik gelingen, die Bürger_innen als Expert_innen der Stadt aktiviert und lokale Verantwortungsgemeinschaften bildet. Zugleich müssen die nötigen Ressourcen zum Umbau der Stadt konsequent zu Verfügung gestellt und effektiv zum Einsatz gebracht werden.

  • Welche planerischen und baulichen Maßnahmen müssen ergriffen werden, um diese Anforderungen zeitnah in der Stadtentwicklung zu implementieren?
  • Welche ökonomischen und gesellschaftlichen Chancen liegen im „Greening“, also dem energetischen Komplettumbau der Städte?
  • Wie werden im Rahmen dieser baulichen Transformation soziale Härten ausgeglichen und soziale Mischung auf Quartiersebene gewährleistet werden?
  • Welche Rolle spielen Bürgeraktivierung und neue Planungsinstrumente?
Input 1: Die versteckten Potentiale der Stadt nutzen: nachhaltige Stadterneuerung durch strategische Interventionen. Beispiele aus Amsterdam, Frankfurt am Main und Barcelona
Kees Kaan, Architekt und Urbanist, Amsterdam
Input 2: Barcelona – Grüne Stadtpolitik im Süden Europas:
Stadtklima, Bürgerbeteiligung und neue Zentralitäten
Sergi Alegre, Stadtrat für Stadtentwicklung El Prat de Llobregat/Barcelona
Podium: Gaby Morr, Stadtplanerin, Geschäftsführerin BSM, Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH, Berlin
Kees Kaan, Architekt und Urbanist, Amsterdam
Sergi Alegre, Stadtrat für Stadtentwicklung El Prat de Llobregat/Barcelona
Moderation: Franziska Eichstädt-Bohlig, MdA, B90/Grüne, Sprecherin für Stadtentwicklung
16:00 – 17:30 Uhr Strategien für urbanen Klimaschutz
Hamburg, Potsdam, Berlin

Städte haben einen großen Energiebedarf. Nicht nur private Haushalte, auch öffentliche Einrichtungen, Gewerbe und Industrie sind große Energieverbraucher. Gleichzeitig schlummern viele ungenutzte Energiequellen in der Stadt: Wärme im Abwasser, der Sonne zugewandte Dachflächen, etc. Gerade der Erhalt und Neubau von technischer Infrastruktur bindet große Budgets.

Klimaschutz bedeutet auch einen Wandel der Lebensstile. Voraussetzung des Wandels ist die Schaffung eines Bewusstseins der Menschen für Klimawandel und Klimaschutz.

  • Sind zentrale Energieversorgungskonzepte somit noch zeitgemäß?
  • Wie können ungenutzte Energiequellen erschlossen und Energiesparpotentiale ausgeschöpft werden?
  • Ist eine völlige Abkehr von fossilen Energieträgern in kurzer Zeit möglich?
  • Welchen Beitrag können der Wandel urbaner Lebensstile und bewusstes Verbraucherverhalten leisten?
Input 1: Grüne Energien für nachhaltige Stadtentwicklung
Anja Hajduk , Senatorin Stadtentwicklung und Umwelt, Hamburg
Input 2: Klimaschutz – Klimadiskurs – Stadtgesellschaft
Dr. Fritz Reusswig, Potsdam Institut für Klimaforschung
Input 3: Urbane Investments in Klimaschutz
Fabian Tacke, Vorstand der KlimaGut Immobilien AG, Berlin
Podium: Anja Hajduk, Senatorin Stadtentwicklung und Umwelt, Hamburg
Dr. Fritz Reusswig, Potsdam Institut für Klimaforschung
Dr. Frank Schulz, Bezirksbürgermeister und Leiter der Abteilung Stadtentwicklung Friedrichshain-Kreuzberg, Berlin
Fabian Tacke, Vorstand der KlimaGut Immobilien AG, Berlin
Moderation: Michael Schäfer, MdA, B90/Grüne, Sprecher für Klimaschutz und Energiepolitik
18:00 – 19:30 Uhr Neue Mobilitätskonzepte für die Stadt
London, Bremen, Ulm, Austin (Texas/USA), Berlin

Die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger sowie der Transport von Waren und Dienstleistungen lassen das Verkehrsaufkommen und damit den Energieverbrauch immer weiter ansteigen. Die größte Herausforderung, um den CO2 Ausstoß zu reduzieren, ist das Ersetzen der auf fossilen Brennstoffen basierenden Energiequellen im Transportwesen. Dennoch muss der Verkehr gleichzeitig effizienter organisiert und auf erneuerbare Energien umgestellt werden.

Teil einer neuen Mobilitätskultur in Städten ist außerdem ein anderer Umgang mit dem öffentlichen Raum, der zunehmend als Lebensraum wiederentdeckt wird.

  • Ist die technische Transformation vom klassischen Verbrennungsmotor zum Elektromotor die Antwort auf unsere Probleme?
  • Kann das stetig wachsende Verkehrsaufkommen effizienter organisiert werden?
  • Welche Hemmnisse gilt es zu überwinden, um die Stärken einzelner Verkehrsmittel auszubauen und ihre Schwächen zu beseitigen?
  • Welche Chance bietet die Neukonzeption des öffentlichen Straßenraums als urbaner Begegnungsraum hinsichtlich wirtschaftlicher und kultureller Entwicklungskonzepte?
Input 1: Nachhaltige Mobilität und (kultur)wirtschaftliche Entwicklung:
Das Exhibition Road-Project – „Shared Apce“ im Herzen Londons
Sarah Rubinstein, Dixon Jones Architekten, Exhibition Road-Project, London
Input 2: Verkehrsmittel „to go“ statt Automobilbesitz?
Das Daimler-Projekt „Car2Go“ in Ulm und Austin/Texas (USA)
Robert Henrich, Projektmanager Daimler-Project Car2Go, Ulm
Input 3: Von der fossilen zur nachhaltigen Mobilität:
Großstädte als Motor des Systemwechsels?
Dr. Reinhard Loske, Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa, Bremen
Podium: Robert Henrich, Projektmanager Daimler-Project Car2Go, Ulm
Prof. Barbara Lenz, Leiterin des Instituts für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, DLR
Dr. Reinhard Loske, Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa, Bremen
Sarah Rubinstein, Exhibition Road-Projekt, London
Moderation: Claudia Hämmerling, MdA, B90/Grüne, verkehrspolitische Sprecherin
20:00 – 21:30 Abschlussdebatte
Der Weg zu einem Green New Deal der Städte

Der Green New Deal ist eine Antwort auf die parallelen Krisen unserer Zeit. Er ermöglicht es, sowohl auf die Finanz- und Wirtschaftskrise, wie auch auf die globalen klimapolitischen Herausforderungen zu reagieren. Für den Green New Deal müssen alle Kräfte mobilisiert werden: Wir brauchen die besten Köpfe der Wissenschaft, das know-how und das Kapital der Wirtschaft, die Gewerkschaften, die Umwelt- und Sozialverbände und eine starke Öffentlichkeit. Nur so können wir in kurzer Zeit unser Wirtschaften vom Ressourcenverbrauch abkoppeln und unsere Emissionen drastisch reduzieren.

Eine zentrale Bedeutung kommt dabei den Städten zu. Sie sind Brennglas gesellschaftlicher Dynamik und Probleme. Städte können jedoch nur unter Berücksichtigung sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Lösungsansätze zum Labor eines Systemwechsels werden.

  • Wie bündeln wir die notwendigen Kräfte, um die Transformation zu beschleunigen?
  • Welche Chancen bietet die Umstellung auf saubere Technologien in allen Bereichen für Unternehmen und Beschäftigung?
  • Wie können Zivilgesellschaft und Netzwerke zum Motor des Systemwechsels werden?
  • Welche kulturellen Lösungsansätze flankieren einen Green New Deal der Städte?
  • Welche sozialen und arbeitsmarktpolitischen Instrumente unterstützen den Transformationsprozess?
  • In welchen Branchen entstehen neue Jobs, welche sind Auslaufmodelle?
Podium: Dr. Eric Schweitzer, Präsident der Industrie und Handelskammer Berlin
Ramona Pop, MdA, Fraktionsvorsitzende BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Arbeitsmarktpolitische Sprecherin
Prof. Claudia Kemfert, DIW, Abteilungsleitung Umwelt, Verkehr, Energie und Professorin für Energieökonomie an der Hertie School of Governance
Ralf Fücks, Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
Moderation: Heike Wohltmann, Plan-WerkStadt Bremen

Green New Deal: Urbane Revolution – die nachhaltige Zukunft der Städte

Green New Deal Projekt:
www.boell.de/greennewdeal

Die ökonomische, ökologische und soziale Krise bietet die Chance für einen Systemwechsel.

Während die Regierung Zeit und Geld verschwendet, keimen an vielen Orten Ansätze für die Umorientierung zu einem ökologisch-sozialen Wirtschaften.
Der grüne politische Stiftungsverbund der Heinrich-Böll-Stiftungen will diesen Prozess voranbringen. Wir bringen Akteur/innen ins Gespräch, die nicht nur von ökologisch-sozialer Transformation reden, sondern handeln. Denn nur neue politische Allianzen und Initiativen vor Ort können einen neuen Gesellschaftsvertrag, den Grünen New Deal, Wirklichkeit werden lassen.

Veranstalter

Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
www.bildungswerk-boell.de

Heinrich-Böll-Stiftung
www.boell.de

Kooperationspartner

Fundació Nous Horitzons
www.noushoritzons.cat

umdenken – Politisches Bildungswerk, Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg e.V.
www.umdenken-boell.de

Clean Tech World
www.cleantechworld.org

Kontakt

Florian Schmidt
Koordinator AK nachhaltige Stadtentwicklung

Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Kottbusser Damm 72
10967 Berlin

Tel. 0049 (0)160 964 12 601
Mail: stadtpolitik@bildungswerk-boell.de
Web: www.bildungswerk-boell.de

Green New Deal der Städte – Visionen für Berlin

28. Juli 2010, Comments (0)

Podiumsdiskussion
Freitag, 17. September 2010
Alte Feuerwache, Flughafen Berlin-Tempelhof,
Tempelhofer Damm 45, 12101 (Lageplan)

Der Green New Deal ist die Antwort auf die parallelen Krisen unserer Zeit. Er ermöglicht Antworten auf die Finanz- und Wirtschaftskrise, wie auch auf die globalen klimapolitischen Herausforderungen. Für den Green New Deal müssen alle Kräfter mobilisiert werden: Wir brauchen die besten Köpfe der Wissenschaft, das know-how und das Kapital der Wirtschaft, die Gewerkschaften, die Umwelt- und Sozialverbände und eine starke Öffentlichkeit. Nur so können wir in kurzer Zeit unser Wirtschaften vom Ressourcenverbrauch abkoppeln und unsere Emissionen drastisch reduztieren. Eine zentrale Bedeutung kommt dabei den Städten zu. Über 70% der Weltbevölkerung lebt in den Städten – Tendenz steigend.

  • Wie bündeln wir die notwendigen Kräfte, um die Transformation zu beschleunigen?
  • Dr. Eric Schweitzer Präsident der Industrie und Handelskammer Berlin
  • Ramona Pop MdA, Fraktionsvorsitzende BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Arbeitsmarktpolitische Sprecherin
  • Prof. Claudia Kemfert DIW, Abteilungsleitung Umwelt, Verkehr, Energie und Professorin für Energieökonomie an der Hertie School of Governance
  • Ralf Fücks Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung

Moderation:

  • Heike Wohltmann, plan-werkStadt, Büro für Stadtplanung und Beratung, Bremen

Die Podiumsdiskussion findet im Rahmen der Konferenz Greening the Cities – Strategien für einen Green New Deal der Städte statt.

Nachhaltiges Wachstum – Wachstum der Zukunft?

29. Mai 2010, Comments (0)

Podiumsdiskussion im Rahmen der Konferenz „Die Große Transformation – Greening the Economy“
Berlin, 29.05.2010 Heinrich-Böll-Stiftung

Das Abschlusspodium der Konferenz “Die große Transformation – Greening the Economy” ist der Auftakt der Debattenreihe zum Thema “Wohlstand, Wachstum und Gemeingüter“.

Die Welt steht vor einem enormen Bevölkerungswachstum. Bis 2050 wird die Weltbevölkerung auf ca. 9 Milliarden Menschen anwachsen, die ihre materiellen Grundbedürfnisse allerorts befriedigt wissen wollen. Das generiert ein enormes Wachstum. Die Herausforderung ist, dieses Wachstum vom Naturverbrauch abzukoppeln. Bei einer nahezu Verdopplung der Weltwirtschaft ist dabei gleichzeitig der CO2 Verbrauch zu halbieren.

Wie sollen unsere nationalen Herausforderungen ohne Wachstum finanziert werden beispielsweise: Haushaltskonsolidierung und steigende Ausgaben im Gesundheitssystem aufgrund der demografischen Entwicklung? Werden die Mittel knapper, wird der soziale Frieden gefährdet – der Verteilungskampf um die knappen Budgets würde eröffnet.

Aber: Haben die bestehenden Krisen nicht gezeigt, dass unser Model von Wachstum überholt ist? Wie können wir ein neues Kapitel zu nachhaltigem, grünen Wachstum aufschlagen? Welche Akteure und Allianzen sind notwendig, diesen Prozess in Gang zu bringen?

Jiahua Pan, Senior Fellow und Vizedirektor, Research Centre for Sustainable Development
(RCSD) an der Chinese Academy of Social Sciences (CASS)
Michael Ettlinger, Vizepräsident für Wirtschaftspolitik, Center for American Progress
Derek Eaton, Programme Officer, UNEP / DTIE – Economics & Trade Branch
Ralf Fücks, Vorstand, Heinrich-Böll-Stiftung

Moderation: Gerhard Schick, Mitglied des Bundestages BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Green New Deal konkret: Türkisch-Deutsches Umweltzentrum Berlin

23. April 2010, Comments (0)

Das Türkisch-Deutsche Umweltzentrum Berlin ist seit 2009 Anlaufstelle für Beratung, Information, Austausch und Projektarbeit für Migrantinnen und Migranten zu Umwelt-, Natur- und Klimaschutz. Die Information von MigrantInnen zu umweltrelevanten Themen soll zu aktivem eigenverantwortlichen Handeln führen und ist somit wichtiger Bestandteil zur Integration, Partizipation und gesellschaftlicher Verantwortung.

Begründung, warum dieses Projekt aus unserer Sicht zum Green New Deal zählt

In Deutschland haben 18% der Menschen Migrationshintergrund, bei Jugendlichen sind es sogar 24%. Die Projekte des Türkisch-Deutschen Umweltzentrums zielen besonders darauf, diese Bevölkerungsteile für den Umwelt-, Klima- bzw. Naturschutz zu gewinnen.

Name des Projektes:
Türkisch-Deutsches Umweltzentrum Berlin

Anschrift des Projektes:
Prinzenstr. 23, 10969 Berlin

Website des Projektes:
http://www.tdz-berlin.de

Vorgeschlagen von:
Bildungswerk Berlin der Heinrich Böll Stiftung

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