Die Diskussion über die Bewältigung von Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Schuldenkrise, Eurokrise und Klimakrise beherrscht die politische Debatte. Gibt es Möglichkeiten, nicht die einzelnen Krisen zu bewältigen, sondern verbindene Elemente zu entwickeln? Welche Rolle kann eine ökologische Finanzreform und Steuerpolitik spielen? Welche Lenkungswirkungen sind durch eine Ausweitung der ökologischen Besteuerung möglich? Über diese Fragen diskutierten bei einer Veranstaltung in Düsseldorf Wibke Brems, Abgeordnete des Düsseldorfer Landtags und gelernte Elektroingenieurin, Dr. Thilo Schaefer, Leiter der Forschungsgruppe Mikrodaten beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Dr. Mehrdad Payandeh, Leiter der Abteilung Wirtschafts-, Finanz- und Steuerpolitik im DGB Bundesvorstand und Damian Ludewig, Geschäftsführer des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V. (FÖS).
Autorin: Kristina Beer, freie Mitarbeiterin der Heinrich Böll Stiftung Nordrhein-Westfalen
Mit der Insolvenz der Lehman Brothers und der darauf folgenden Finanzkrise scheint das Thema ‘Klimakrise’ aus der öffentlichen Debatte verschwunden zu sein. Zwar wurde es am Rande der Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke behandelt, aber das 2°-Ziel wird kaum mehr in die Betrachtungen um die Wirtschafts- und Finanzkrise einbezogen. Dabei sollten wir uns doch die Frage stellen: Kann man für die Finanzkrise und die Klimakrise – beides globale Probleme, die globales Eingreifen erfordern – nicht eine gemeinsame Lösung finden? Oder lässt sich die Finanzkrise nicht auch mit Maßnahmen für mehr Klima- und Umweltschutz abfedern?
Mit der Podiumsdiskussion „Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Klimakrise – Ist es Zeit für eine ökologische Steuerreform?“ wollte die Heinrich Böll Stiftung NRW eine mögliche Verquickung von Ökologie und Ökonomie zurück in den Fokus zu bringen. Für eine ausgewogene Diskussion wurden Akteure aus Wirtschaft, Gewerkschaft, NGO und Politik zusammengebracht: Wibke Brems, Abgeordnete des Düsseldorfer Landtags und gelernte Elektroingenieurin, Dr. Thilo Schaefer, Leiter der Forschungsgruppe Mikrodaten beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Dr. Mehrdad Payandeh, Leiter der Abteilung Wirtschafts-, Finanz- und Steuerpolitik im DGB Bundesvorstand und Damian Ludewig, Geschäftsführer des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V. (FÖS).
Deutschland in der Verantwortung
Momentan ist Deutschland im internationalen Vergleich kein Vor- oder Spitzenreiter in Sachen Umweltschutz, Klimaschutz und Finanzkrisenmanagement. Besonders Dr. Mehrdad Payandeh kritisierte, dass keine der Krisen konsequent und nachhaltig behandelt wird. Das Ziel der Bundesregierung, den CO²- Ausstoß bis zum Jahr 2020 auf 40 Prozent und bis 2050 auf 80-90 Prozent zu senken, scheint momentan noch nicht erreichbar zu sein. (weiterlesen…)
Beunruhigend ist das, was derzeit an den Börsen weltweit passiert. Fallende Kurse und DAX-Tiefstände bestimmen seit Wochen die Wirtschaftsnachrichten. Wie bedrohlich ist die momentane Situation? Was haben die Turbulenzen an den Weltbörsen mit uns zu tun? Um über diese Fragen zu diskutieren, trafen sich in Hamburg Stefan Wolff, Wirtschaftsjournalist der ARD, Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher Bündnis 90/die Grünen, und Thomas Friemel, Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins enorm – Wirtschaft für den Menschen.
Thomas Friemel, Stefan Wolff, Gerhard Schick (von links nach rechts)
Die Experten sind sich einig: Der Markt ist ins Wanken geraten. „Wenn die Börse der Hund und die Wirtschaft das Herrchen ist“, beschreibt Stefan Wolff, „laufen beide an der Leine in dieselbe Richtung. Mal bleibt das Herrchen ein Stück zurück, mal der Hund. Das ist normal. Doch momentan, und das ist das Dilemma, entfernen sich die beiden sehr stark voneinander.“ Die Wirtschaft boomt (noch), aber der Finanzmarkt schwächelt. Überall wo Geld durch Geld verdient wird, herrscht Unruhe. (weiterlesen…)
10. November 2011, 19.30h (Einlass ab 19.00h)
DGB Haus Düsseldorf, Friedrich-Ebert-Str. 34, Arthur Hauck Saal
Die Welt steckt in der Krise. Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Schuldenkrise, Eurokrise und Klimakrise… Die Diskussion über die Bewältigung dieser Krisen beherrscht die politische Debatte. Und im Rahmen der Diskussion um den Green New Deal stellt sich die Frage, ob es Möglichkeiten gibt, nicht die einzelnen Krisen zu bewältigen, sondern verbindene Elemente zu entwickeln. Ist es also Zeit für eine ökologische Finanzreform und Steuerpolitik? Und was bedeutet das genau? Braucht eine nachhaltige Wirtschafts- und Finanzpolitik eine umfassende ökologische Finanzreform? Und wie könnte diese aussehen? Welche Lenkungswirkungen sind durch eine Ausweitung der ökologischen Besteuerung möglich?
Diese Fragen diskutieren wir mit
Wibke Brems, MdL Bündnis 90/Die Grünen, Klima- und Energiepolitische Sprecherin
Di, 06. September 2011, 18:00 Uhr
Rudolf Steiner Haus, Mittelweg 11-12, 20148 Hamburg
Seit Jahrzehnten geht es nicht mehr so turbulent zu an den Börsenmärkten, wie zur Zeit. Kurse fallen (dafür steht symbolisch der Bär an der Börse) und steigen (Bulle) im Minutentakt und die Summen, die dabei verloren und gewonnen werden, sind für uns „NormalbürgerInnen“ unvorstellbar. Staaten werden in ihrer Kreditwürdigkeit herabgestuft, nach den USA trifft es angeblich demnächst auch Frankreich, und niemand kann voraussehen, wohin das alles führen wird und was allein Gerüchte bewirken können. Oder doch? Eine, die sich täglich intensiv damit beschäftigt (seit 10 Jahren bei der ARD), ist die bekannte TV-Redakteurin und Politologin Anja Kohl. Sie wird uns die aktuellen Entwicklungen erläutern können und deren Folgen einzuschätzen versuchen. Müssen wir das ganze Geschehen nur hilflos mit ansehen (und bezahlen), wie ein Kaninchen vor der Schlange, oder gibt es Einflussmöglichkeiten über die Politik oder bei der Anlage von Geldern und Abschlüssen von Versicherungsverträgen? Wird die in Brüssel neu installierte Organisation „Finance Watch“ den Großen aus der Wirtschaft auf die Finger sehen und Licht in´s Dunkel bringen können? Der Bundestagsabgeordnete Gerhard Schick weiß darauf Antworten zu geben.
Mit:
Anja Kohl, Börsenexpertin, ARD
Gerhard Schick, Bundestagsabgeordneter und Finanzpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Moderation: Thomas Friemel, Chefredakteur enorm Magazin – Wirtschaft für den Menschen
Video zur Debatte “Gute Spekulation, schlechte Spekulation – Dilemma für die Finanzmärkte?”, die am 25. Mai 2011 in Frankfurt am Main stattfand. Es diskutierten:
Urs Stäheli, Professor für Soziologie an der Universität Hamburg, Autor des Buches „Spektakuläre Spekulation“, Hamburg
Dr. Günter Birnbaum, Abteilungspräsident Wertpapieraufsicht, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BAFIN, Frankfurt am Main
Prof. Dr. Gerhard Illing, Seminar für Makroökonomie, Ludwig-Maximilians-Universität München
In der Frankfurter Rundschau ist ein Bericht über die Debatte in Frankfurt/Main zum Thema “Gute Spekulation, schlechte Spekulation – Dilemma für die Finanzmärkte?” erschienen.
Die Studie zeigt den Einfluss der Windenergienutzung auf die regionale Wertschöfung exemplarisch für die Landkreise Cuxhaven bzw. Stade (beide Niedersachsen). Dabei zeigt sich ein positives Bild: so finden sich zum Beispiel 96% der Betreibergesellschaften für Windenergieanlagen auch tatsächlich vor Ort – und ermöglichen den Gemeindem somit Gewerbesteuereinnahmen. Immerhin ein Drittel der Fremdkapitalbeschaffung für den Bau neuer Anlagen findet außerdem über regionale Finanzinstitute statt. Das Potenzial für den reigionalen Investitionanteil auf der Empfängerseite beziffern die Autoren auf insgesamt 60% der gesamten Investitionsleistungen.
Erstellt von:
ForWind – Zentrum für Windenergieforschung, Oldenburg
Mi, 25. Mai 2011, 19.30 Uhr
Haus am Dom, Frankfurt am Main
„Das Zocken muss ein Ende haben“ hörte man in den letzten Jahren von Wissenschaftlern wie Politikerinnen ganz unterschiedlicher Provenienz. Das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Finanzmärkte ist angeschlagen. Erfüllen die Märkte ihre Aufgaben im Dienste der Realwirtschaft oder werden sie von Spekulationen und Spekulanten getrieben? Insbesondere wenn es Rohstoffe oder Währungen betrifft, stehen Händler/innen und Investoren immer wieder unter Verdacht, sich durch Spekulationen zu bereichern und dabei der Allgemeinheit schweren Schaden zu zufügen. Aber was genau ist eigentlich Spekulation?
Laut Lehrbüchern ist Spekulation ein wichtiges Element funktionierender Märkte. Gut informierte Spekulanten sind ein wichtiges Korrektiv, indem sie Meinungstrends hinterfragen und durch Arbitrage für die Angleichung von Preisen über verschiedene Märkte hinweg sorgen. Kritiker/innen weisen darauf hin, dass Spekulation funktionerende Märkte aushebelt und sich die Realität der Finanzmärkte längst von den realwirtschaftlichen Entwicklungen abgekoppelt hat. Kurzfristige Gewinnorientierung, gleichgerichtete Informationen und falsche Anreize für Investmentmanager/innen führen zu Spekulationen mit und nicht gegen den Trend. Mangelnde Markttransparenz gibt zentralen Akteuren Wettbewerbsvorteile, und einzelne marktstarke Akteure oder Gruppen von Akteuren können, zumindest kurzfristig, Angebot und Nachfrage in eine bestimmte Richtung lenken und damit wichtige ordnungspolitische Grundsätze aushebeln.
Gute Spekulation und schlechte Spekulation stehen nebeneinander. Ein Dilemma für die Finanzmärkte?
Mit unseren Gästen wollen wir über die Notwendigkeit und die Grenzen von Spekulation diskutieren. Was kann, was muss und was sollte nicht getan werden, damit Finanzmärkte ihre Funktion für Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig ausfüllen können?
Keynote: Urs Stäheli, Professor für Soziologie an der Universität Hamburg, Autor des Buches „Spektakuläre Spekulation“, Hamburg
Paneldiskussion mit: Dr. Günter Birnbaum, Abteilungspräsident Wertpapieraufsicht, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BAFIN, Frankfurt am Main Prof. Dr. Gerhard Illing, Seminar für Makroökonomie, Ludwig-Maximilians-Universität München Dirk Müller, freier Börsenmakler, Bestsellerautor, www.cashkurs.de Gerhard Schick, MdB und Finanzmarktexperte von Bündnis 90/Die Grünen, Berlin
Moderation: Hannah Hempell, Sprecherin d. LAG Wirtschaft u. Finanzen der hessischen Grünen Thomas Losse-Müller, Finanzsektorexperte bei der Weltbank
Klimaschutz in Kommunen – Energiewende, Finanzierung und Vernetzung
Freitag, 24. September 2010, 13.30 Uhr bis 19.00 Uhr
Stadtwerke, Kurt-Schumacher-Str. 8, Frankfurt am Main
Derzeit erleben wir den Beginn der „dritten industriellen Revolution“. In ihrem Zentrum steht die Art und Weise, wie wir in Zukunft mit Energie umgehen wollen: effizient, dezentral und erneuerbar muss sie sein. Die großen, zentralen, unflexiblen Energieerzeuger und deren Versorgungsstrukturen werden an Bedeutung verlieren. Energieerzeugung und -verbrauch müssen vor Ort, in den Kommunen und Regionen gebündelt werden. Von dort aus wird die Umgestaltung der fossilen Ökonomie ausgehen.
In den Kommunen wird sich zeigen, wie wir in Zukunft wirtschaften wollen und unseren Wohlstand mit neuen Lebensstilen bewahren können – ohne unsere Lebensgrundlagen hier und anderswo zu zerstören. Für einige ist das schon Alltag, für andere noch Neuland. Wir zeigen deshalb, wie die Kommunen eine Vorreiterrolle bei der Umgestaltung für den Klimaschutz einnehmen können.
Die Umstellung auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien senkt den künftigen Verbrauch fossiler und nuklearer Energien, benötigt aber hohe Investitionen. Dieses Milliardenprogramm für den Klima- und Ressourcenschutz und für neue Arbeitsplätze wird nicht nur „Offshore“ umgesetzt. Es muss vor allem in den Kommunen und Regionen investiert werden. Wenn Energiekonzerne Milliarden in Kohlekraftwerke investieren wollen – wer investiert statt dessen Milliarden in dezentrale Kraftwerke? In Zeiten knapper kommunaler Kassen werden die Kommunen eine wichtige Rolle zur Organisation der Transformation spielen, aber diese nicht allein finanzieren können. Hier sind alte und neue Akteure und Finanzierungsformen gefragt.
Wie können neue Energiefonds oder Bürgerbeteiligungen geschaffen werden, um kommunale Einrichtungen und den Gebäudebestand zu modernisieren? Welche Banken
unterstützen neue Finanzierungsformen? Unter welchen Bedingungen können Public-Private-Partnerships sinnvolle Instrumente für eine gerechte Mittelbeschaffung und -verwendung sein? Wer sind die Träger der Projekte – die Kommunen, deren Stadtwerke, Bürgervereine, Genossenschaften oder Beteiligungsgesellschaften? Wie lassen sich Kooperationen schaffen? Wie können neue Beteiligungsformen auch mehr Energie-Demokratie schaffen? Und schließlich: Wird die neue Energiewelt zum Privileg der reichen Kapitalanleger oder können breite Kreise der Bevölkerung mitmachen?
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen der Austausch und die Vernetzung der unterschiedlichen Akteure, um neue Kooperationen zu fördern.
Programm
13.00h
Ankunft und Imbiss
13.30h
Begrüßung Dr. Manuela Rottmann, Dezernentin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Frankfurt a. M.
13.45h
Green New Deal für die Kommunen – Einführung in die Thematik Tarek Al-Wazir, Landes- und Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Hessen
14.00h
Erneuerbare Stadt: Die Energie-Revolution als Paradigma der Stadtentwicklung
Podiumsdiskussion mit: Tarek Al-Wazir, MdL
Prof. Dr. Irene Peters, Hafen City Universität Hamburg – IBA-Fachbeirat Hamburg Klima und Energie
Dr. Christof Riess, Handwerkskammer Rhein-Main, Frankfurt a. M.
Dr. Harry Lehmann, Leiter des Fb Umweltplanung und
Nachhaltigkeitsstrategien im Umweltbundesamt, Dessau (angefragt)
15.30h
Kaffeepause
15.45h
Panel I: Wer soll das alles machen? Weit mehr als CO2-Reduzierung – Klimaschutz in der Kommune
Impulsreferate von: Jens Lattmann, Deutscher Städtetag, Berlin
Michael Lengersdorf, juwi Holding AG, Wörrstadt (angefragt)
17.15h
Kaffeepause
17.30h
Panel II: Wer soll das bezahlen? Auf der Suche nach neuen Beteiligungs- und Finanzierungsformen für Klimaschutz in der Kommune
Impulsreferate von: Martina Kürig, GLS-Bank, Frankfurt a. M.
Diethardt Stamm, Grüne Zukunft Wetterau
Dr. Dieter Becker, Bioenergiedorf Breuberg-Rai-Breitenbach eG
Moderation der Panels: Dr. Werner Neumann, Leiter des Energiereferats der Stadt Frankfurt a. M.
19.00h
Ausklang: Vernetzung bei Häppchen und Getränken
Information und Anmeldung (bis 20. September 2010): Heinrich-Böll-Stiftung Hessen e. V.
Niddastr. 64, 60329 Frankfurt am Main
Tel.: 069/ 23 10 90
Ralf Zwengel
E-Mail: zwengel[at]hbs-hessen.de
Tagungsgebühr:
Euro 10,-, ermäßigt Euro 5,- (Studierende, Auszubildende, Erwerbslose usw.).
In der Tagungsgebühr sind Imbiss und Getränke enthalten.
Bitte Tagungsgebühr auf folgendes Konto überweisen:
Heinrich-Böll-Stiftung Hessen e.V.
Stichwort: GND
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 100 205 00, Konto-Nr.: 3320400
Die Heinrich-Böll-Stiftungen bieten ein Forum für Vernetzung und Auseinandersetzung mit dem Ziel, Ökologie und Ökonomie zusammen zu denken und das ökonomische Handeln an gesellschaftlicher und globaler Verantwortung auszurichten.