Autorin: Doris Lorenz, freie Mitarbeiterin der Heinrich-Böll-Stiftung SH
Im Rahmen des 18. Grünen Salons ging es am 23.11.11 in Kiel darum, aus verschiedenen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Perspektiven das Konzept des Green New Deal auf das Land Schleswig-Holstein zu beziehen.
Schleswig-Holstein gilt wahrlich als „Musterländle“ für erneuerbare Energien. Allein deshalb war die Erwartungshaltung an Dr. Tamara Zieschang, Staatssekretärin im CDU-geführten Wirtschaftsministerium groß, dass sie den Ball ‚Green New Deal’ als Steilpass für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung des Landes aufnehmen würde. Dr. Zieschang ging auf diese Herausforderung aber kaum ein. Für sie liegt die Zukunftsperspektive des Landes vor allem im Erhalt und dem Ausbau der Standortqualität: Erreichbarkeit für Güter und Individualverkehr, Qualifikation durch Bildung sowie sichere und bezahlbare Energieversorgung bleiben aus ihrer Sicht die Gewährsträger für das angestrebte Wirtschaftswachstum.
Auch für Christoph Andreas Leicht, Präsident der IHK Schleswig-Holstein, verbleibt der Fokus der jetzigen und zukünftigen Wirtschaftskraft des Landes auf den drei traditionellen Branchen: Tourismus, Gesundheit und Ernährung. Zwar sei die Branche der erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein in den vergangen Jahren sehr gewachsen. Dies habe aber vor allem mit den Einspeisevergütungen zu tun, die er im Bereich Photovoltaik für überhöht hält. Denn durch die 20-jährige Vergütungsdauer müssten heute noch Milliarden für „veraltete“ Techniken bezahlt werden. (weiterlesen…)
Mittwoch, 23.11.2011, 19.00 Uhr Haus der Nordelbischen Kirche, Gartenstr. 20, 24103 Kiel (Raum 4)
Klimakrise und Endlichkeit der Rohstoffe, Überschuldung der Banken und der öffentlichen Haushalte und drohende Wirtschaftskrise, Armut und sozial gespaltene Gesellschaften …. – die globalen Krisen sind gravierende Herausforderungen für politisch und wirtschaftlich verantwortungsvolles Handeln, auch in Schleswig-Holstein.
Es ist das Phänomen vieler schwerer Aufgaben, dass sie leicht zu beschreiben sind: Eine zukunftsfähige Landespolitik muss ihren Beitrag dazu leisten, mit effizientem Einsatz von Geld, Rohstoffen und regenerativen Energien in Schleswig-Holstein Wohlstand zu sichern und soziale Gerechtigkeit weiter auszubauen und in globaler Perspektive Armut und Umweltzerstörung zu bekämpfen. Damit sind die zentralen Inhalte des Konzepts „Green New Deal“ benannt.
Wir wollen diskutieren, wie diese Ziele in politisches und wirtschaftliches Handeln in Schleswig-Holstein umgesetzt werden können.
Unsere Gäste:
Dr. Tamara Zieschang, Staatssekretärin im Wirtschaftministerium
Christoph Andreas Leicht, Präsident der IHK Schleswig-Holstein
Marlene Löhr, Vorsitzende der Grünen Schleswig-Holstein
Dirk Scheelje, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein
Sie können zwischen den einzelnen Videos auswählen, indem sie auf das graue Symbol links neben dem “+”-Zeichen im Player klicken oder hier auf Youtube anschauen.
Die Regierung hat sich zur Aufgabe gemacht, Baden-Württemberg zum Musterland demokratischer Beteiligung zu machen. Wie geht sie dieses Vorhaben an? Welche Voraussetzungen braucht erfolgreiche Beteiligung auf Landes- und kommunaler Ebene?
Die Schuldenkrise von Bund, Ländern und Kommunen setzt der Ausweitung öffentlicher Investitionen enge Grenzen. Wie kann unter diesen Vorzeichen der Übergang zu einer umweltverträglichen und sozialen Wirtschaft gelingen? Wie sind die nötigen Investitionen zum ökologischen Umbau von Unternehmen und der öffentlichen Infrastruktur zu finanzieren? Welche Rolle können marktwirtschaftliche Instrumente spielen, wie viel Ordnungsrecht ist nötig, welchen Beitrag müssen neue Finanzierungsinstrumente von Banken und die Unternehmen selbst leisten? VertreterInnen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft diskutieren dazu mit einem interessierten Fachpublikum. Die Ergebnisse der Tagung werden in einer Konferenzbroschüre dokumentiert.
Eine gemeinsame Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung e.V. und UnternehmensGrün e.V.u.a. mit: Prof. Uwe Wagschal, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Matthias W. Send, Vorsitzender der Geschäftsführung NATURpur Institut für Klima- und Umweltschutz gGmbH Reinhard Bütikofer, MdEP, Die Grünen im Europäischen Parlament Kerstin Andreae, MdB, wirtschaftspolit. Sprecherin Bündnis 90/Die Grünen Alexander Schwedeler, Geschäftsleiter Triodos Bank N.V. Deutschland
Kongress des Stiftungsverbunds der Heinrich-Böll-Stiftung
Do. 03.11. und Fr. 04.11.2011
Hamburg – Umwelthauptstadt Europas 2011
Programm (PDF)
Die Wirtschaft brummt wieder, aber die großen ökologischen und sozialen Fragen bleiben ungelöst: der Klimawandel, die Verknappung natürlicher Ressourcen, die zunehmende Spaltung der Gesellschaft. Die Idee eines „Green New Deal“ gibt eine Antwort auf diese Herausforderungen.
Der Handlungsdruck ist umso größer als Milliarden von Millionen Menschen in Asien, Lateinamerika und Afrika das westliche Wohlstandsniveau anstreben. Wenn wir Wohlstand für alle – in Deutschland wie global – ermöglichen wollen, müssen wir die Industriegesellschaft umbauen und unseren Lebensstil ändern. Wir brauchen eine nachhaltige Form des Wirtschaftens: einen neuen Gesellschaftsvertrag, einen Green New Deal für eine zukunftsfähige Gesellschaft.
Green New Deal, das heißt:
Die Ablösung fossiler Brennstoffe wie Öl und Kohle durch erneuerbare Energien, den effizienten Umgang mit knappen Ressourcen und den breiten Einsatz umweltfreundlicher Technologien.
Den Umbau der öffentlichen Infrastruktur, massive Investitionen in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und der Stromnetze.
Bildungsoffensive mit mehr Geld und Qualität für Kindergärten, Schulen und Hochschulen. Bildung ist der Schlüssel für sozialen Aufstieg, gesellschaftliche Teilhabe und Chancengerechtigkeit.
Die Übergänge vom Alten zum Neuen sozial abfedern. Der ökologische Umbau wird Millionen neuer Jobs schaffen. Schon heute arbeiten in Deutschland allein im Bereich der erneuerbaren Energien rund 340.000 Menschen. Eine soziale Grundsicherung für alle sichert ein Leben ohne Armut.
Für diesen Umbau werden alle gebraucht: Unternehmer mit ihrem Know-How und ihrer Finanzkraft; Wissenschaftlerinnen, die neue Technologien entwickeln; Politikerinnen und Politiker, die den Wandel gestalten. Jede und jeder einzelne ist gefragt: Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen, die Anti-Atom-Bewegung und Bürgerinitiativen.
Es geht um nicht weniger als eine industrielle und gesellschaftliche Revolution. Der Green New Deal zeigt: Es gibt bessere Alternativen.
Green New Deal bedeutet: Wir resignieren nicht vor großen Herausforderungen, sondern brechen in neue Zeiten auf!
Die vorliegende Studie untersucht die Bruttobeschäftigungseffekte durch den Ausbau und Betrieb von Anlagen zur Energiegewinnung aus Erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg. Zunächst findet sich eine Analyse der Beschäftigungssituation in 2008. Die Investitionsimpulse, aufgeschlüsselt nach Technologien/Branchen, werden über den Zeitraum der Betrachtung bis 2020 abgeschätzt. So kommt die Studie zu dem Schluss, das zwischen 2009 und 2020 insgesamt 100.000 Vollbeschäftigungsjahre mit dem Erreichen der Ziele des Energiekonzepts 2020 verbunden sind. An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewisen, das es sich dabei um ein Bruttobeschäftigungsvolumen handelt.
Erstellt von: Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), Stuttgart
In Auftrag gegeben von: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Die Studie des Eurosolar e.V. entwirft ein Szenario, in dem der Strombedarf des Landes Hessen im Jahr 2025 zu 100% durch Erneuerbare Energien gedeckt ist. Die Autoren berücksichtigen dabei ausschließlich aktuell verfügbare Technologien. Der Fokus liegt hier auf den Erzeugungsformen Windkraft, Solarkraft und Biomasse. Die größten Potenziale liegen hier in der Windkraft. Im Szenario deckt sie im Jahr 2025 35% am gesamten Strombedarf. Auch Bruttoarbeitsmarkteffekte werden von den Autoren beschrieben – sie sehen für Hessen hier ein Potenzial von bis zu 60.000 Arbeitsplätzen. Zusätzlich findet sich ein Überblick über die Forschungs- und Entwicklungsstandorte in Hessen, sowie ein Fallbeispiel für ein regeneratives Kombikraftwerk.
Die Studie der sächsischen Energieagentur beleuchtet die Umsatz- und Beschäftigungsentwicklung der Unternehmen in der Branche Erneuerbare Energien im Freistaat Sachsen. Die Studie leistet einen Überblick über die in der Branche tätigen Unternehmen, die Anzahl der Beschäftigten für die Jahre 2007 bis 2010 – mit einem Zuwachs von über 30% – und die Umsatzentwicklung der Unternehmen. Außerdem findet sich eine Prognose zur Beschäftigungsentwicklung der Branche.
Die vorliegende Studie ermittelt die technischen Potenziale für Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen, und geht auch auf deren wirtschaftliche Umsetzbarkeit ein. Die Autoren halten einen Anteil nachhaltig erzeugter Energie von 82% im Jahr 2020 für mach- und umsetzbar. Die Potenzialanalysen werden dabei nach Energieträgern geleistet – auch die Unterscheidung von theoretischem und technischem Potenzial wird vorgenommen. Geologische Rahmenbedingungen sind selbstverständlich auch Teil der Analyse – von Niederschlagsmengen bis hin zur Betrachtung der durchschnittlichen Globalstrahlung. Als langfristiges Ziel – allerdings ohne ein bestimmtes Zieljahr zu nennen – wird eine Energieversorgung aus 100% regenerativen Quellen gennant.
Erstellt von:
Vereinigung zur Förderung der Nutzung Erneuerbarer Energien VEE Sachsen e.V., Dresden
In Auftrag gegeben von:
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Fraktion im Sächsischen Landtag
Die Heinrich-Böll-Stiftungen bieten ein Forum für Vernetzung und Auseinandersetzung mit dem Ziel, Ökologie und Ökonomie zusammen zu denken und das ökonomische Handeln an gesellschaftlicher und globaler Verantwortung auszurichten.