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Nahrungsmittel und Konsumverhalten

6. Oktober 2011, Comments (0)

Bio ist in. Der Umsatz von Biolebensmitteln hat sich in den vergangenen zehn Jahren im Bundesgebiet verdreifacht. Die VerbraucherInnen sind wachsam geworden und haben die zahlreichen Skandale um gesundheitsschädigende Nahrungsmittel satt. Im Rahmen der bundesweiten Green New Deal Debattenreihe diskutierten Biolandwirt Klaus Feick, Rosa Wolff, Autorin und Verlegerin, und Nicole Maisch, Bundestagsabgeordnete Bündnis 90/Die Grünen, in Halle an der Saale über Kosten und Wert von Bio-Lebensmitteln, Ernährungsgewohnheiten und Konsumverhalten.

In den Augen von Biolandwirt Klaus Feick gibt ein Wertigkeitsproblem in Bezug auf Bio-Lebensmittel. Wenn er seine Produkte auf regionalen Wochenmärkten präsentiert, hört er häufig Kommentare über die hohen Preise seiner Waren. „Ich habe aber einen Haufen Geld in meinem Garten stehen“, tuscheln Passanten im Vorbeigehen. Fragt Feick sie dann nach den Arbeitsstunden, Pachtbeträgen und Ernteerträgen, wechseln die Leute schnell auf seine Seite. Die Frage müsse umgedreht werden, argumentiert Feick: „Warum sind viele Nahrungsmittel so billig?“ (more…)

Mit sauberer Landwirtschaft Zukunft schaffen – ein Interview mit Klaus Feick

4. Oktober 2011, Comments (0)

Klaus Feick ist Agraringenieur und betreibt in Sachsen-Anhalt einen landwirtschaftlichen Betrieb, der nach Bioland-Kriterien arbeitet. Vor kurzem gründete sich der Bioland-Landesverband Ost, dessen Vorstandsvorsitzender Feick ist. Am Rande der Veranstaltung „Arm aber Bio“ am 22. September in Halle/Saale sprach Anja Hotopp mit dem Landwirt.

Wieso wurden Sie Biolandwirt?

Ich bin auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im Odenwald (Südhessen) aufgewachsen und war von klein auf in die Arbeit auf dem elterlichen Hof eingebunden. Dabei hat mich schon in der Jugendzeit der Umgang mit Pflanzenschutzmitteln gestört und ich habe mich gefragt, warum wir zur Produktion von Dingen, die wir essen wollen und die gesund sein sollen, Mittel benutzen, die uns umbringen können. Das war der Grund, mich mit Alternativen zu beschäftigen, wodurch ich zum biologischen Landbau kam.

Wofür steht Bioland?

Wir als Bioland-Betriebe verstehen uns als Wertegemeinschaft. Die Basis hierfür bilden unsere Produktionsrichtlinien, die deutlich über den gesetzlich definierten Mindeststandard für Bio hinaus gehen. Dazu zählen unter anderem regionale Handelsbeziehungen oder auch ein fairer Umgang mit unseren MitarbeiterInnen und HandelspartnerInnen. Für all dies steht Bioland. Die Bekanntheit des Zeichens und das Vertrauen, das unsere KundInnen ihm entgegen bringen, unterstreichen die Bedeutung des Bioland-Zeichens.

Wie sinnvoll sind Siegel? Was wären die Alternativen, um Produkttransparenz zu erreichen?

In einer immer komplexer werdenden Welt ist der Wunsch nach einfachen, klar erkennbaren Inhalten in Form von Siegeln nur allzu verständlich. Doch wird die Siegelvielfalt selbst zum Problem, weil sie nicht mehr durchschaubar ist. (more…)

Lebensstile im Klimawandel – über den Konsum regionaler und biologisch erzeugter Produkte in ländlichen Regionen

27. Juli 2011, Comments (0)

Der Konsum von biologisch und regional erzeugten Lebensmitteln steigt; dennoch greift noch immer der überwiegende Teil der VerbraucherInnen auf billige Lebensmittel zurück. Ist der Einkauf von regional und biologisch erzeugten Lebensmitteln in strukturschwachen Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern überhaupt möglich? Was bedeutet der Einkauf von Bioprodukten für den Geldbeutel? Wie kann das Vertrauen der VerbraucherInnen in Lebensmittel gestärkt werden und wie kann ein Paradigmenwechsel hin zu bewusstem Konsum erreicht werden? Kernfragen, die im Rahmen der GND-Debattenreihe in Greifswald diskutiert wurden.

Podium

Bei der Veranstaltung, zu der die Heinrich-Böll-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern eingeladen hatte, diskutierten Henning Holst vom Verein landaktiv, Uta Nehls von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern, die Autorin Rosa Wolff und Hendrik Fulda, Bündnis 90/Grüne, LAG Landwirtschaft mit den zahlreichen BesucherInnen. Dabei ging es unter anderem um die Probleme, mit denen sich ein bewusster Konsum speziell in einer strukturschwachen Region wie Mecklenburg-Vorpommern (MV) konfrontiert sieht. Regionale Produkte – ob in Bioqualität oder nicht – sind hier in den Regalen kaum zu finden, weiß Uta Nehls von der Neuen Verbraucherzentrale MV – obwohl das Land im vergangenen Jahr 4725 landwirtschaftliche Betriebe zählte. Obwohl das norddeutsche Bundesland einen der Spitzenplätze in der Rinderzucht einnimmt und immer mehr Landwirte dabei auf Bioqualität setzen, ist es kaum möglich, vor Ort Rindfleisch aus MV in Bioqualität einzukaufen. Henning Holst, Biologe, hat mit dem Verein landaktiv versucht, diesem Mysterium auf den Grund zu kommen. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch Aufklärung und Bildung die ökologische Landwirtschaft und Verarbeitung sowie die naturnahe Fischerei zu stärken. Holst bedauert, dass nur 72 von 781 Bio-Betrieben ihre Produkte in MV veredeln lassen und damit einen Teil der Wertschöpfung und Weiterverarbeitung aus der Hand geben. Dies spiegelt sich auch im Konsumangebot wider. (more…)

Arm aber Bio – ein Interview mit Rosa Wolff

22. Juli 2011, Comments (1)

Rosa Wolff
Rosa Wolff ist Food-Journalistin und lebt in München. Sie hat das Kochbuch „Arm aber Bio“ geschrieben und im Eigenverlag „Edition Butterbrot“ publiziert. Die Idee zu dem Buch, das neben zahlreichen Rezepten einen Erfahrungsbericht beinhaltet, kam ihr, als sie selbst knapp bei Kasse war, aber nicht auf Naturkost verzichten wollte. Am Rande der Veranstaltung zu Produktqualität und Massenverbreitung von Lebensmitteln am 14.7. in Greifwald sprach Anja Hotopp mit der Autorin.


Für Lebensmittel konnten Hartz IV-EmpfängerInnen 2009 täglich 4,35 Euro ausgeben. Reicht das, um sich gesund und ausgewogen zu ernähren?

RW: 4,35 Euro sind bitter wenig, auch ohne den Ehrgeiz, sich mit Naturkost zu ernähren. Selbst beim Discounter ist dies schwierig.

Wie ist Ihnen der Spagat gelungen, bei ihren finanziellen Möglichkeiten gesunde Lebensmittel zu konsumieren?

RW: Wenn man bereit ist, alles selbst zuzubereiten und keine Fertigwaren, sondern Grundzutaten einkauft, ist auch im Bio-Segment überraschend viel möglich. Basis-Lebensmittel wie Kartoffeln, Zwiebeln, Karotten, Lauch, Kohl, Zucchini, Nudeln, Mehl, Eier, Butter, Joghurt, Äpfel, Bananen sind absolut erschwinglich und ermöglichen eine fast unbegrenzte Vielfalt an Zubereitungen. Wenn man sich erst mal darauf einlässt, macht es auch Freude, zu entdecken, was alles geht. Allerdings ist mehr Planung nötig, denn einfach mal unterwegs an der Imbissbude essen, geht bei 4,35 Euro nicht. Egal ob Bio oder Nicht-Bio.

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Video: Lebensstile im Klimawandel: BIO, ÖKO und FAIR oder lieber BILLIG?

7. Juli 2011, Comments (0)


Video zur Veranstaltung Lebensstile im Klimawandel: BIO, ÖKO und FAIR oder lieber BILLIG?, die am 9. Juni 2011 in Berlin stattfand.

Programm war:

Leben, Arbeiten und Konsumieren in globalen Zusammenhängen bringt Vor- und Nachteile mit sich: Für die einen 24 Stunden Verfügbarkeit von Produkten und Dienstleistungen rund um die Welt – für die anderen Armut, Mangel und prekäre Arbeitsverhältnisse. Neben der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft sind wir mit massivem Ressourcenverbrauch, Energieverschwendung und deren Folgen wie Klimawandel und Umweltkatastrophen konfrontiert.

Qualitätssiegel wie BIO, ÖKO und FAIR TRADE gewährleisten einen nachhaltigen Konsum. Die Mehrheit der Bevölkerung greift trotzdem auf billig produzierte Massenprodukte zurück.

Welchen direkten Einfluss können wir Verbraucher/innen über unser Konsumverhalten und unsere Lebensgewohnheiten auf die Entwicklungen nehmen?

Wie schaffen wir in diesem Spannungsverhältnis die Wende zu besseren sozialen und ökologischen Standards? Welchen Beitrag können Politk und Wirtschaft leisten? Welche Ansätze werden – speziell in Berlin – verfolgt?

BIO, ÖKO und FAIR oder lieber BILLIG? Produktqualität und Massenverbreitung von Lebensmitteln

29. Juni 2011, Comments (0)

Do, 14.7.2011, 19.30h
St. Spiritus, Sozio-kulturelles Zentrum der Hansestadt Greifswald
Lange Straße 49/51

Mit ihren Konsumentscheidungen können Verbraucherinnen und Verbraucher die Wende zu mehr Ökologie beeinflussen: Der Kauf von regionalen Öko-Lebensmitteln ist ein Schritt weg von der industriellen Landwirtschaft, die regelmäßig zu Skandalen führt. Im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft verzichtet der Öko-Landbau auf den Einsatz bestimmter Pflanzenschutzmittel, sowie auf Wachstumsförderer, Mineraldünger und Agrogentechnik. Außerdem werden den Produkten keine Geschmacksverstärker, künstliche Aromen oder Farb- und Konservierungsstoffe zugefügt. Die Bioprodukte haben die Öko-Nische verlassen. Der Markt wächst. Inzwischen gibt es sie sogar im Supermarkt. Doch noch greift die Mehrheit der Bevölkerung auf nicht ökologisch produzierte, billige Massenprodukte zurück, trotz ihrer häufig negativen Nebeneffekte.

Nur wenn es für ökologisch und sozial hergestellte Produkte auch Abnehmer und Abnehmerinnen gibt, ist für Unternehmen der Umstieg auf eine umweltschonende, faire Produktion reizvoll.

Doch wie viel Bio ist eigentlich möglich? Der steigende Wettbewerb zwischen ökologischen Erzeugern führt dazu, dass viele Produkte unter Bedingungen erzeugt werden, die zwar den Vorschriften für die Produktion entsprechen, aber die grundlegenden Werte der ökologischen Bewegung immer weiter aus dem Blick verlieren.

Welche Voraussetzungen bedarf ein Paradigmenwechsel zum verantwortlichen und nachhaltigen Konsum in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik? Wie steht es um die ökologische Landwirtschaft in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern? Und vor welchen Herausforderungen steht die Branche?

Diese Fragen wollen wir gemeinsam mit Ihnen diskutieren.

Dazu haben wir eingeladen:
Dr. Hans-Ulrich Grimm, Geschäftsführer von Dr. Watson der Food Detektiv
Nicole Knapstein, Verein landaktiv
Uta Nehls, Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern
Hendrik Fulda, Bündnis 90/Grüne, LAG Landwirtschaft

Für einen Bio-Imbiss ist gesorgt. Wir bitten um Ihre Anmeldung unter post(at)boell-mv.de oder Tel. 0381-4922184.

Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Mecklenburg-Vorpommern in Kooperation mit der Grünen Hochschulgruppe Greifswald.

Lebensstile im Klimawandel – bio, öko und fair oder lieber billig?

20. Juni 2011, Comments (1)

Ist es möglich, mit wenig Geld ökologisch, biologisch und fair einzukaufen? Fühlen sich VerbraucherInnen ausreichend aufgeklärt über Inhaltsstoffe in Lebensmitteln oder über die Produktionsbedingungen von Konsumartikeln? Ebenso wie aktuelle Studien spiegelt auch eine kleine Umfrage unter den Besuchern der Green New Deal-Debattenreihe zum Thema „Lebensstile im Klimawandel; bio, öko und fair oder lieber billig?“ die Unsicherheit wider. Es gibt Produkt-Siegel, die Sicherheit vermitteln. Doch mittlerweile ist die Landschaft der Siegel und Zertifikate unübersichtlich und groß, so dass der Überblick auf der Strecke bleibt und Vertrauen sinkt.

Das Verbraucherinformationsgesetz, das seit Mai 2008 die Interessen der KonsumentInnen vertreten soll, schafft keine Abhilfe. Es sorgt weder für ausreichend Transparenz noch ist es für die EndverbraucherInnen leicht, alle gewünschten Informationen zu erhalten, die zudem noch kostenpflichtig sind. Um Auskünfte zu bekommen, ist die Einwilligung des Herstellers nötig. Der kann diese verweigern, es sei denn, das Produkt überschreitet zulässige Schadstoffmengen. Das bestätigt auch Eva Bell, Referentin für Verbraucherschutz der Grünen in der Bundestagsfraktion. „Das Gesetz ist eine Hülle und dennoch ein Schritt in die richtige Richtung“, so Bell. Denn Veränderungen hin zu größerer Transparenz und mehr Verbraucherschutz sind nur in vielen kleinen Schritten zu meistern. Mehr als 20 Jahre hat es gedauert, europaweite Standards für ein  Biosiegel in der Lebensmittelindustrie zu schaffen. Auch diese gehen vielen Öko-Landwirten und VerbraucherInnen nicht weit genug, aber ein Anfang ist gemacht, wirbt Bell für Geduld. Mit diesem Beispiel wird deutlich, wie viel  Kraft notwendig ist, um Standards für weitere Produktbereiche zu definieren. (more…)

Green New Deal vor Ort – Veranstaltungsreihe: Konsum und/oder Ethik. Was macht Konsum nachhaltig?

20. Mai 2010, Comments (0)

Konsum und/oder Ethik. Was macht Konsum nachhaltig?
1. bis 24. Juni, Marburg

I.
„Die Entdeckung der Nachhaltigkeit“ Kulturgeschichte eines Begriffs.

Lesung mit Ulrich Grober (Autor, Publizist, Marl)

1. Juni 2010, 18.00 Uhr
im Technologie- und Tagungszentrum (TTZ), Softwarecenter 3, Marburg

Eintritt 5€/ 3€ ermäßigt

II.
„Ende der Märchenstunde“ Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt.

Lesung mit: Kathrin Hartmann (Autorin, Journalistin, München)

10. Juni 2010, 20.00
im KFZ, Schulstr. 6, Marburg

Eintritt 5€/ 3€ ermäßigt

III.
Nachhaltigkeit, ein Mythos?

Richard Häusler (Geschäftsführer, stratum consult, München)

17. Juni 2010, 18.00
im Hörsaal 110, Hörsaalgebäude, Biegenstraße 14, Marburg

IV.
Nachhaltigkeit beginnt beim Design

Bernd Draser (Lehrbeauftragter für Philosophie, ecodesign-Akademie für Gestaltung, Köln)

24. Juni 2010, 18.00
im Hörsaal 110, Hörsaalgebäude, Biegenstraße 14, Marburg

Veranstalter: Heinrich-Böll-Stiftung Hessen e.V., Phlink e.V., Artgerecht e.V., Umweltreferat des Asta-Marburg, Stadt Marburg, Roter Stern Marburg, Marburger Weltladen, KFZ Marburg, TTZ Marburg und Kulturelle Aktion Marburg strömungen e.V.

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