14. Dezember 2011,
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Autor: Oliver Kossack, Grüne Hochschulgruppe Universität Viadrina, Frankfurt/Oder
Am 6. Dezember referierte Felix Ekardt bei der interdisziplinären Ringvorlesung zum Thema Nachhaltigkeit an der Viadrina in Frankfurt (Oder) über das umfassende Thema „Nachhaltigkeit, Recht und Wirtschaft“. Der Jurist, Philosoph und Soziologe ist unter anderem Leiter der Forschungsgruppe Nachhaltigkeit und Klimapolitik und ging zunächst darauf ein, vor welche Herausforderungen uns der Klimawandel in Kombination mit der Ausrichtung unserer Wirtschaft auf fossile Energieträger stellt.
Er verwies eingangs darauf, dass die Energiedebatte in Deutschland viel zu sehr auf Strom fixiert ist, obwohl dieser nur 17% der genutzten Energie ausmacht. Andere Energieträger wie Gas oder Öl, die besonders in der industriellen Produktion eine wichtige Rolle einnehmen, werden meist ausgeblendet, ebenso wie die zentrale Frage der Landnutzung. Außerdem müsse auch die globale Verteilung nicht nur von Reichtum, sondern auch von Chancen und Verantwortung bedacht werden. Von diesem Ausgangspunkt fordert Ekardt ein Gesamtkonzept zur weltweiten nachhaltigen Entwicklung, das all diese Faktoren berücksichtigt und letztendlich auf dem Ziel der Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 95% beruht.
Was die Umsetzung eines solchen Zieles angeht, ist Ekardt nicht vollständig optimistisch, glaubt aber an die technische Machbarkeit. Dafür bräuchte es nicht einmal Bahn brechende Erfindungen, da die grundlegenden Voraussetzungen technisch bereits vorhanden sind. Ebenso skizziert er einen Weg zur Reduktion der Treibhausgase. Der erste Schritt in diese Richtung wäre eine Steigerung der Effizienz vorhandener Technologien, sodass weniger Energie verbraucht wird. Der nächste Schritt wäre dann die möglichst vollständige Ersetzung fossiler durch regenerative Energieträger. Allein mit diesen beiden Maßnahmen wäre schon ein großer Schritt getan, der jedoch noch nicht ausreicht, weil das Denken der Menschen immer noch ein Hindernis auf dem Weg zu einer nahezu klimaneutralen Gesellschaft darstellt. Psychologisch herrscht weltweit der Mythos des materiellen Wachstums der Gesellschaften und des stetigen Wachstums der Wirtschaft vor und prägt das menschliche Denken und Handeln. (weiterlesen…)
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13. Dezember 2011,
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Autor: Oliver Kossack, Grüne Hochschulgruppe Universität Viadrina, Frankfurt/Oder
Am 22. November waren Thomas Lübbig und Martin Hamer zu Gast bei der Ringvorlesung Nachhaltigkeit an der Viadrina und setzten sich kritisch mit dem Nachhaltigkeitsbegriff aus Sicht der Rechtspraxis auseinander. Kritik an der Nachhaltigkeit ist aus juristischer Perspektive hauptsächlich dadurch begründet, dass dieser Terminus mittlerweile Einzug in viele Rechtsnormen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene gefunden hat, eine verbindliche und detaillierte Definition aber bisher nicht vorgenommen wurde. Dies ist zwar auch bei anderen Rechtsbegriffen der Fall, laut Thomas Lübbig sei es beim Nachhaltigkeitsbegriff aber besonders kritisch, weil es auch politisch und gesellschaftlich keinen Konsens darüber gebe, wo der Schwerpunkt nachhaltiger Entwicklung liegt und wie diese konkret gestaltet werden soll. Daraus ergeben sich dann auch Schwierigkeiten bei der Etablierung einer herrschenden Meinung als Grundlage für Rechtsentscheidungen.
Wie Lübbig weiter ausführte, hat dies unter anderem Folgen im Wirtschaftsrecht. So können Unternehmen zwar verpflichtet werden, nachhaltig zu handeln. Da aber nicht festgelegt ist, was das im Einzelfall bedeutet, eröffnen fehlende rechtsverbindliche Kriterien leicht die Möglichkeit des „Greenwashing“. Vor diesem Hintergrund beleuchtete Lübbig unterschiedliche europarechtliche Ansätze zur tatsächlichen Implementierung von Nachhaltigkeitskriterien für die Wirtschaft, die zwangsläufig auch mit einer Konkretisierung des Nachhaltigkeitsbegriffs einhergehen würden. (weiterlesen…)
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1. Dezember 2011,
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Autor: Oliver Kossack, Grüne Hochschulgruppe der Universität Viadrina in Frankfurt/Oder
Zur dritten Vorlesung in der Ringvorlesung zum Thema Nachhaltigkeit an der Viadrina war Birgit Lode zu Gast. Sie ist Mitarbeiterin bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin und stellte den Besucher_innen die aktuelle Situation der UN-Nachhaltigkeitsinstitutionen vor dem UN-Gipfel zur nachhaltigen Entwicklung im Jahr 2012 in Rio dar und zeigte deren Reformbedarf auf.
Bisher ist das Thema Nachhaltigkeit im Institutionengefüge der UN nur auf unterer Ebene verankert, was der steigenden Bedeutung dieses Themas nicht gerecht wird. Die Institution, die sich innerhalb der Vereinten Nationen hauptsächlich der Nachhaltigkeit widmet, ist die Kommission für nachhaltige Entwicklung (Commission on Sustainable Development, CSD), die nur ein untergeordnetes Organ des Wirtschafts- und Sozialrates ist. Damit einher geht die Tatsache, dass diese Kommission keinen direkten Zugang zur UN-Vollversammlung hat und somit nur über den Umweg des ebenfalls schwachen und reformbedürftigen Wirtschafts- und Sozialrates beratend auf die Vollversammlung Einfluss nehmen kann. Darüber hinaus konnte die CSD auf ihren letzten beiden Zusammenkünften keine Einigung auf einen gemeinsamen Abschlusstext erzielen, was neben den geringen Einflussmöglichkeiten auch einen internen Reformbedarf signalisiert. (weiterlesen…)
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1. Dezember 2011,
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Autor: Oliver Kossack, Grüne Hochschulgruppe der Universität Viadrina in Frankfurt/Oder
In der zweiten Vorlesung der von der Grünen Hochschulgruppe organisierten Ringvorlesung zum Thema Nachhaltigkeit an der Europa-Universität Viadrina war Julien Deroin vom Lehrstuhl für Politikwissenschaften an der Viadrina zu Gast und stellte seine Sicht auf das Verhältnis von nachhaltigem Wachstum und ökologischer Nachhaltigkeit dar. Eindrucksvoll zeigte er auf, wie die derzeitige Gesellschaft in Deutschland und Europa von dem Mythos eines stetigen, exponentiellen Wirtschaftswachstums geprägt ist und all ihr Handeln darauf ausrichtet.
Allerdings entspricht ein lineares Wirtschaftswachstum viel eher der Realität der letzten 50 Jahre in der Bundesrepublik. Und allein dieses ist momentan und zukünftig nur schwierig aufrecht zu erhalten. Denn mit den endlichen Ressourcen unseres Planeten ein unendliches Wachstum zu produzieren, erscheint allein schon herausfordernd. Zieht man dann den Rückgang der Bevölkerung und damit auch die Arbeitskraft hinzu, wird eine Steigerung der Wirtschaftsleistung noch unwahrscheinlicher. Zuletzt ging Deroin auf die Frage ein, ob stetiges Wachstum, selbst wenn es gelingen sollte, mit dem Ziel der ökologischen Nachhaltigkeit vereinbar ist, wobei er zu dem Schluss kam, dass diese beiden Komponenten, die in der politischen Landschaft über Parteigrenzen hinweg als „nachhaltiges Wachstum“ propagiert werden, nicht miteinander vereinbar sind. (weiterlesen…)
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25. November 2011,
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Di., 06.12.2011, 18 bis 20 Uhr
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Gräfin-Dönhoff-Gebäude (Europaplatz 1), Hörsaal 1
Vortrag von Prof. Dr. Felix Ekardt im Rahmen der Interdisziplinären Ringvorlesung zum Thema Nachhaltigkeit
Ist Nachhaltigkeit, also Gerechtigkeit gegenüber Menschen anderer Länder und künftiger Generationen, als „Wert“ etwas, das ich je nach Präferenzen beliebig begrüßen oder ablehnen kann? Oder ist die ökonomische Denkweise, die für objektiv nur die Welt der Fakten und Zahlen hält, erkenntnistheoretisch falsch? Ferner: Welches sind die Ursachen, warum Nachhaltigkeit politisch und im Alltag bisher gescheitert ist – und wie könnte eine wirksame Abhilfe aussehen, jenseits von Wachstums- und Marktgläubigkeit?
Der Referent Prof. Dr. Felix Ekardt studierte Jura und Europarecht sowie Soziologie und Religionswissenschaft. 2000 Promotion zu den ökonomischen, kulturellen und religionsgeschichtlichen Ursachen der Nicht-Nachhaltigkeit. Habilitation 2003 zur Theorie der Nachhaltigkeit. 2003 bis 2008 Professor für Öffentliches Recht an der Universität Bremen, seit 2009 Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Universität Rostock. Zudem regelmäßige Veröffentlichungen in überregionalen Tageszeitungen sowie Politikberatung auf transnationaler und nationaler Ebene. 2007 wurde Ekardt als einer von fünf „Nachwuchswissenschaftlern des Jahres“ vom Deutschen Hochschulverband und der ZEIT geehrt.
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25. November 2011,
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Di., 29.11.2011, 18 bis 20 Uhr
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Gräfin-Dönhoff-Gebäude (Europaplatz 1), Hörsaal 1
Vortrag von Dr. Fritz Reusswig im Rahmen der Interdisziplinären Ringvorlesung zum Thema Nachhaltigkeit
Anhand von Beispielen aus Deutschland und Indien werden Möglichkeiten für grüne Lebensstile aufgezeigt und die Voraussetzungen dafür kritisch betrachtet. Die unterschiedlichen Aspekte in Industrie- und Entwicklungsländern werden hierbei deutlich gemacht.
Der Soziologe Dr. Fritz Reusswig ist seit 1995 am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) tätig und dort momentan am Forschungsbereich „Transdisziplinäre Konzepte und Methoden“ involviert. Sein Forschungsschwerpunkt liegt dabei auf Lebensstilen und Konsumfragen als Treibkräfte für einen globalen Klimawandel. Seine Habilitationsschrift „Consuming Nature. Modern Lifestyles and their Environment“ wird demnächst veröffentlicht.
Posted in Allgemein, Brandenburg, Termine Tags: Lebensstil, Nachhaltigkeit
9. November 2011,
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Di., 22.11.2011, 18 bis 20 Uhr
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Gräfin-Dönhoff-Gebäude (Europaplatz 1), Hörsaal 1
Im Rahmen der Interdisziplinären Ringvorlesung zum Thema Nachhaltigkeit
Kaum ein Begriff wird aktuell so inflationär verwendet wie der Begriff der „Nachhaltigkeit“. Was darunter aus juristischer Perspektive verstanden werden könnte und die “Begriffslosigkeit” des Begriffes sollen Gegenstand dieser Vorlesung sein.
Der Referent Dr. Thomas Lübbig ist seit 1996 als Rechtsanwalt tätig und arbeitet in den Bereichen EU-Beihilferecht, europäisches und deutsches Kartellrecht sowie zu anderen Fragen des Unionsrechts. Er ist Gastdozent an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) und lehrt u.a. im Masterprogramm Europäisches Wirtschaftsrecht.
Posted in Allgemein, Brandenburg, Termine Tags: Nachhaltigkeit
7. Oktober 2011,
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Europa-Universität Viadrina, Raum AM 105, Frankfurt/Oder
Dienstag, 1. November 2011, 18 – 20 Uhr
Am 1. November wird Julien Deroin, Dozent am Lehrstuhl für Politikwissenschaft an der Europa-Universität Viadrina, die 2. Vorlesung im Rahmen der interdisziplinären Ringvorlesung zur Nachhaltigkeit an der Viadrina bestreiten. Dabei wird er der Frage nachgehen, ob das Streben nach einem ewigen Wachstum überhaupt möglich und sinnvoll ist. In seiner Vorlesung mit dem Titel „Abschied von der Wachstumsgesellschaft“ wird er näher auf den Begriff der „décroissance“ eingehen, der etwa mit Schrumpfung oder Wachstumsrücknahme ins Deutsche übersetzt wird. In Frankreich wird dieses Konzept, anders als in Deutschland, schon seit einiger Zeit in weiten Kreisen als Alternative zu immer währendem Wirtschaftswachstum diskutiert.
Zum Programm der Ringvorlesung
Posted in Allgemein, Brandenburg, Termine Tags: Nachhaltigkeit, Wachstum
19. September 2011,
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Eine Bildungsreise der Petra-Kelly-Stiftung in Kooperation mit dem GRIBS-Bildungswerk e.V. und der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg besuchte Ende August/ Anfang September Orte und Unternehmen, die bereits heute beispielhaft für eine Umsetzung des Green New Deal stehen. “Die Wirtschaft wird grün!” – Dass das Motto der Bildungsreise keineswegs ein visionäres Postulat, sondern vielerorts konkrete Realität ist, das zeigten die Besuche bei Unternehmen und Projekten aus verschiedensten Wirtschaftsbereichen sehr anschaulich. Besucht wurden u.a. das Öko-Kloster Plankstetten, die Rapunzel GmbH, die Brauerei Härle in Leutkirch, die Nürnberger Umweltbank und das Projekt Car2go in Ulm.
Ein Bericht zur Reise ist auf den Seiten der Petra-Kelly-Stiftung erschienen.
Posted in Allgemein, Baden-Württemberg, Bayern Tags: Kommunen, Nachhaltigkeit
24. Juni 2011,
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Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat für die Jahre 2005 bis 2014 die Weltdekade “Bildung für nachhaltige Entwicklung” ausgerufen. In diesem Zusammenhang legt die bayerische Staatsregierung ihren Aktionsplan “Bildung für nachhaltige Entwicklung in Bayern” auf. Einen Schwerpunkt bildet hier die Umweltbildung. Zentrales Instrument ist die Vernetzung von staatlichen und nichtstaatlichen Initiativen und Bildungsträgern – sowohl in der Erwachsenen- als auch in der Jugendbildung. Neben aktuellen Handlungsfeldern werden auch mittel- bis langfristige Perspektiven, z.B. im Bereich der frühkindlichen und Schulbildung aufgezeigt.
Erstellt von:
Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit
Zum Aktionsplan (PDF, 3,3MB)
Posted in Publikationen Tags: Bildung, Gesellschaft, Nachhaltigkeit, Strategiepapier